Übermütig, gefangen und ausgetobt

In einem sumpfigen, von Kühen zertrampelten Graben im Jaungrund, entspringt der Jaunbach ganz unscheinbar. Sein Wasser ist eisig kalt, die Helvetier tauften den Bach damals nicht umsonst «Jagona», übersetzt «die Kalte». Mächtigen Sukkurs erhält das «Jäunli» dann beim Dörfchen Jaun: Tosend stürzt ein zwölf Meter hoher Wasserfall hinab und fliesst in den Bach, in Spitzenzeiten bis zu 6000 Liter pro Sekunde mit sich führend.
Zur Ruhe verdammt

Die Staumauer Montsalvens zwingt die Jogne vorübergehend zur Ruhe.
Nach Charmey wird der Bach, nun Jogne genannt, abrupt von einer Staumauer gestoppt und sammelt sich im Lac de Montsalvens – gegen die 115 Meter breite und 55 Meter hohe Sperre ist er chancenlos. Danach treibt die Jogne fünf Turbinen an und sorgt damit für warme Stuben in über 11000 Haushalten der weiteren Umgebung.
Stilles Wasser

Der Weg über die Staumauer führt über eine Hängebrücke.
Voller Kraft fliesst er durch die Jaunbachschlucht und endet in einem Seelein, in dessen Mitte ein mächtiger Fels steht. Gewaltige Felsrisse spiegeln sich auf der glatten Oberfläche. Dann macht die Jogne sich auf, scheint ihre letzten Meter in Selbstständigkeit still und stolz zu geniessen. Auf in Richtung Greyerzersee, wo die Saane auf ihn wartet.
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