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Portraits

Angetroffen im Vispertal: Guy Schneider

Guy Schneider ist Fachmann für historische Verkehrswege und war lange als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Via Storia, dem Zentrum für Verkehrsgeschichte, tätig. Obwohl inzwischen pensioniert, vermittelt er weiterhin sein umfangreiches Wissen.
05.04.2024 • Text: Simon Liechti

WO?

Auf einem Weg zwischen Visperterminen und Oberstalden im Vispertal führt Guy Schneider einer Gruppe von Wanderwegverantwortlichen das Schicksal vieler historischer Verkehrswege vor Augen: Die traditionelle Bausubstanz überwächst, erodiert und zerfällt.Auf einem Weg zwischen Visperterminen und Oberstalden im Vispertal führt Guy Schneider einer Gruppe von Wanderwegverantwortlichen das Schicksal vieler historischer Verkehrswege vor Augen: Die traditionelle Bausubstanz überwächst, erodiert und zerfällt.

WAS?

Aufmerksam begutachtet Guy Schneider die Wegoberfläche und die Überreste einer hüfthohen Trockenmauer. Sie soll den historischen Verkehrsweg schützen. Die Mauer ist überwachsen von Gras und Sträuchern, talwärts rutschendes Erdmaterial hat das Bauwerk zudem an vielen Stellen überdeckt und unsichtbar gemacht. «Wenn ihr das Erdmaterial bergseitig bis zum Mauerfuss entfernt und die Pflanzen zurückschneidet, könnt ihr den Zustand der Mauer bereits abschätzen. Der nächste Schritt wäre dann die Wiederherstellung mithilfe von Fachleuten», erläutert Schneider. Die Gemeinde Visperterminen habe in vorbildlicher Weise bereits viel in die Instandstellung ihrer historischen Wege investiert, hier stünden Massnahmen aber noch aus.

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Guy Schneider zeigt, was vom historischen Weg im Vispertal übrig geblieben ist. Bild: Berne Rando

WARUM?

Rund 8000 Kilometer der ge- schätzten Gesamtlänge von 23 550 Kilometern der historischen Verkehrswege der Schweiz, die über eine historische Wegsubstanz verfügen, verlaufen auf Wanderwegen. Ab den 1980er- Jahren wurde die Geschichte dieser Wege systematisch aufgearbeitet und der Bestand der historischen Substanz aufwendig rekognosziert und kartiert. Von Gesetzes wegen sind historische Verkehrswege seit 2010 geschützt. «Die Vielfalt verschiedener Wegformen ist schier unendlich und reicht von einfachen Waldwegen über Passstrassen mit aufwendiger Kopfsteinpflästerung bis hin zu Brückenbauten», erklärt Guy Schneider.

Um die Wanderwegverantwortlichen zu sensibilisieren, führen die Schweizer Wanderwege zusammen mit der Fachstelle für das Inventar der historischen Verkehrswege des Bundes Ausbildungstage durch.

WESHALB WEGE SCHÜTZEN?

Die historischen Verkehrswege ermöglichen einen vielfältigen Blick in die Vergangenheit und bilden in ihrer Gesamtheit ein einzigartiges Kulturerbe der Schweiz.

Simon Liechti

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Wallis Magazin DAS WANDERN

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