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Rundwanderung vom Bergseeli zum Wasserfall Nr. 2391
Lauenensee • BE

Rundwanderung vom Bergseeli zum Wasserfall

Von der Bushaltestelle Lauenensee folgt man zunächst dem gelb signalisierten Wanderweg Richtung Louwenesee. Der kleine Schlenker zu Beginn der Wanderung lohnt sich: Eingebettet zwischen Moorflächen und Wiesen, spiegelt das klare Wasser des Sees die Gipfel der Umgebung. Für ein kurzes Wegstück folgt man der Schweiz-Mobil-Route 307 südwestlich. Sobald die Steigung beginnt, verlässt man sie und hält sich links am Waldrand. Auf einem unmarkierten Weg geht es wenige Meter zurück zum Gältebach, wo der Weg in einen weiss-rot-weiss markierten Bergwanderweg mündet. Nun folgt man der Signalisation Richtung Geltenhütte SAC. Immer wieder in Seh- und Hörweite des Gältebachs steigt der Wanderweg nun das Tal hinauf. Bei Im Ture gibt ein erster Wasserfall einen Vorgeschmack darauf, was kommt. Schliesslich erwartet einen der eigentliche Höhepunkt der Wanderung: der Wasserfall Gälteschutz. Über eine Fallhöhe von 180 Metern krachen hier gewaltige Wassermassen in die Tiefe. Umgeben von bunten Blumenwiesen und markanten Felswänden entfaltet sich eine spektakuläre Kulisse – besonders eindrucksvoll nach der Schneeschmelze. An der angrenzenden Bergflanke des Gälteschutz wird der Weg steiler und felsiger. Hier ist Trittsicherheit gefragt. Auf 2002 Metern erreicht man schliesslich die Geltenhütte SAC, die inmitten des Naturschutzgebiets Gelten-Iffigen zur Einkehr einlädt. Die Hütte liegt am Fusse des Hahneschritthore, mit Blick auf Wildhorn, Geltenhorn und Arpelihore. Der Rückweg führt abwechslungsreich an der anderen Talseite entlang. Via Gältetrittli und Tungeltrittli führt der Weg bis nach Vorschess, wo eine enge Kehrtwende in einem gelb markierten Wanderweg mündet und einen zurück an den Louwenesee bringt. Zum Abschluss kann nochmals der Blick auf den zweiten grossen Wasserfall dieser Wanderung, den Tungelschutz, genossen werden. Er sammelt die Gewässer der Alpen Stieretungel und Chüetungel und ergiesst sich über steile Felsen in den Tungelbach.
In Basel den Römern auf der Spur Nr. 2352
Basel Dreispitz — Basel SBB • BS

In Basel den Römern auf der Spur

374 n. Chr. taucht der Name Basilia erstmals auf. Der römische Kaiser Valentinian liess in der heutigen Kleinbasler Altstadt ein Munimentum errichten, eine Kleinfestung zur Sicherung der Grenze. Rund um die Rheingasse wurden Gegenstände aus dieser Zeit gefunden, spätrömisches Tafelgeschirr etwa, als «Argonnensigillata» bezeichnete Keramik. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite befand sich auf dem Münsterhügel die mit einer Umfassungsmauer geschützte römische Siedlung. Die Wanderung zu den römischen Wurzeln Basels verläuft quer durch die Stadt und beginnt bei den Merian Gärten, einem riesigen Park mit verschiedenen Grünanlagen wie dem Rhododendrontal. Nach dieser farbenprächtigen Oase pulsiert das Leben am St. Jakob-Park. Das grösste Fussballstadion der Schweiz ist Heimat des FC Basel – an den Betonmauern, die man entlang des Flusses Birs passiert, hat manch einer seine Liebe zum Fussballverein verewigt. Die Birs trennt Basel von Birsfelden und den Kanton Basel-Stadt von Basel-Landschaft. Ihr Ufer gestaltet sich überraschend naturnah, manch lauschiger Rastplatz lockt. Am Birsköpfli trifft die Birs auf den Rhein, ihm folgt man bis zur Wettsteinbrücke. Mit bester Aussicht aufs Münster gehts über den Fluss nach Kleinbasel und in die Rheingasse. Die Mittlere Rheinbrücke führt zurück nach Grossbasel zur Schifflände. Unweit des Münsters, dem Wahrzeichen Grossbasels, können Reste der römischen Umfassungsmauer besichtigt werden, bevor es durchs belebte Zentrum via Marktplatz, Barfüsserplatz, Heuwaage und Zoo bis zu den Türen der historischen Markthalle weitergeht. Hier laden Essensstände aus aller Welt zu einem kulinarischen Abschluss der Tour ein. Der Bahnhof SBB ist dann nicht mehr weit. Auf dieser Wanderung empfiehlt es sich, die Route mittels QR-Code auf der Rückseite in der Swisstopo-App anzuzeigen und für die Navigation zu nutzen. Im Farbenmeer der Grossstadt gehen die Wanderwegweiser schnell unter.
Auf dem Säumerpfad am Sustenpass Nr. 2351
Gadmen, Saageli — Steingletscher • BE

Auf dem Säumerpfad am Sustenpass

Der Sustenpass ist in der Geschichte nie zu einer wichtigen Handelsroute geworden, auch wenn es solche Pläne durchaus gegeben hat. Anfang des 19. Jahrhunderts wollten Uri und Bern eine sogenannte Kommunikationsstrasse bauen, um den Handel mit Käse zu fördern. Vollendet wurde sie aber nie, weil Grimsel und Gotthard während der Bauzeit plötzlich als wichtiger eingestuft wurden. So wandert man heute auf dem ehemaligen Säumerweg dem Sustenpass entgegen, gut abgeschirmt von der Passstrasse. Von der Bushaltestelle «Gadmen, Saageli» geht es zur Staumauer und dem Steiwasser entlang bis zu einer Brücke und einer Weide. Ab hier folgt man dem Gadmerwasser und überwindet die erste steile Geländestufe hinauf nach Wyssemad. Im Rücken ragen die imposanten Bergspitzen der Gadmerflüö in den Himmel, auf beiden Seiten liegen Wälder. Diese werden immer lichter, und bald erklimmt man über durch Steinmauern befestigte Wege die zweite grössere Geländestufe, an deren Ende es einen Grillplatz hat. Nun erreicht man In Miseren, ein Hochmoor von nationaler Bedeutung. Das Gebiet wurde vom Gletscher geformt, geschliffene Rundhöcker zeugen davon. Unberührte Kleinseen, darum herum wilde Verlandungszonen, grosse Felsbrocken sowie ein lockerer Arvenbestand bilden eine friedliche Szenerie. Der Weg besteht aus grossen Steinplatten, die sich malerisch durch Feuchtgebiete ziehen. Bald ist die Baumgrenze erreicht und damit auf der Alp Steingletscher mit ihrer Käserei auch das Ende der Wanderung. Von dort aus sieht man die 1946 eröffnete Passstrasse gut: Sie wurde für den aufkommenden Automobiltourismus gebaut und verfügte über ein ästhetisches Konzept, damit sie «mit der erhabenen Gebirgslandschaft zur Einheit» werde, wie der leitende Ingenieur damals schrieb. Mit Erfolg: Am Eröffnungstag fuhren bereits 15 000 Autos über die Passstrasse.
Seilbahnen, Bergwiesen und Flechtenwälder Nr. 2350
Schmiedsboden — Niederrickenbach • NW

Seilbahnen, Bergwiesen und Flechtenwälder

Nidwalden ist ein «Seilbähnli»-Eldorado. Knapp zwei Dutzend öffentlich genutzte Kleinseilbahnen gibt es in diesem Kanton. Oft sind sie für Bergbäuerinnen und -bauern die einzige Möglichkeit, Güter und landwirtschaftliche Produkte auf Höfe oder Alpen zu transportieren. Doch auch Wandernde und Ausflugsgäste nutzen die Kleinseilbahnen gern. Die Wanderung startet mit einer kurzen Fahrt in der Vierer-Luftseilbahn von Oberrickenbach zum Hof Schmiedsboden. Von dort führt der Weg zuerst hoch über Alpwiesen bis in den Haldiwald. Immer leicht ansteigend, geht es weiter bis zu Ober Sack, wo sich ein eindrücklicher Blick über das Engelbergertal bietet. Nun verläuft der Weg auf einem Grat dem Waldrand entlang und steigt zuweilen etwas ruppiger an. Nach 300 Höhenmetern ist bei der Alp Gigi der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Hier würde auch ein Weg Richtung Haldigrat abzweigen, von wo eine Sesselbahn bis Alpboden kurz vor Niederrickenbach hinunterfährt. Denn der folgende Abstieg hat es in sich: Steil geht es über wunderbar blühende Bergwiesen bis Wasserboden und von dort auf einem Feldweg bis zur Oberst Hütti, einem Hof. Nach einem weiteren Abstieg zur Mittlist Hütti biegt der Weg ein in den Steinalper Wald. Dieses Waldreservat ist ein Paradies für Flechten – über 150 Arten wurden hier schon nachgewiesen. Wer genau hinschaut, entdeckt auf Schritt und Tritt solche Mischwesen aus Pilz und Alge. Sie dekorieren die Baumstämme und Äste mit aparten Mustern in weissen, grauen, braunen oder gar gelblichen Farbtönen. Das Waldstück endet auf dem Alpboden, der Talstation der Haldigrat-Sesselbahn. Von hier aus führt ein asphaltierter Weg flach über Weiden, auf denen einige mächtige Ahornbäume dem Vieh im Sommer Schatten spenden. In Niederrickenbach wartet die Wallfahrtskirche – und gleich dahinter das Pilgerhaus mit seinem empfehlenswerten Kuchenbuffet.
Der Urnersee – da wandern, wo andere malten Nr. 2349
Sisikon — Flüelen, Gruonbach • UR

Der Urnersee – da wandern, wo andere malten

Der Urnersee hat schon viele Künstler und Künstlerinnen inspiriert – insbesondere die Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts wie den Genfer Alexandre Calame oder den Briten William Turner. Auf der Wanderung kommt man in den Genuss dieses von steilen Bergflanken eingeschlossenen türkisblauen Beckens – zuerst aus nächster Nähe, später dank Tiefblicken. Die Tour startet beim Bahnhof Sisikon und verlangt im ersten Abschnitt etwas Toleranz: Der Wanderweg verläuft auf Hartbelag, und der Verkehr der Axenstrasse braust an einem vorbei. Zum Glück nur für wenige Meter: Während die Autos im Buggitaltunnel verschwinden, führt die Route rechts davon um den Berg herum. In den Fels gehauene Fussgängertunnel und der Blick auf den Oberbauenstock und den Niderbauen Chulm machen diesen Abschnitt reizvoll. Nach der Buggitalgalerie windet sich der Weg in Serpentinen ans Seeufer hinunter. Dort reiht sich ein lauschiges Plätzchen ans andere. Dazu erfreuen Ausblicke auf den Urnersee mit Gitschen, Uri Rotstock und Schlieren im Hintergrund. Schliesslich erreicht man das Seebeizli bei der Schiffstation Tellsplatte. Nur wenige Meter weiter befindet sich die Tellskapelle, wo einst Wilhelm Tell vor Gessler geflohen sein soll. Vorbei am Glockenspiel, das tagsüber ab 9 Uhr jeweils die ersten zehn Minuten jeder Stunde spielt, befindet man sich bald auf der Tellsplatte. Etwas versteckt hinter einem Gebäude beginnt der Bergwanderweg Richtung Unter Axen. Es ist ein steiler, schattiger Pfad, der über weichen Waldboden führt. Ziel der Wanderung ist das Restaurant Ober Axen, wo währschafte Gerichte serviert werden. Für den Rückweg nimmt man die kleine Seilbahn für vier Personen (Reservierung empfohlen). Während der Talfahrt nach «Flüelen, Gruonbach» schweift der Blick nochmals über den Urnersee, auf dem nun Segel und Surfbretter im Gegenlicht tanzen – ein stimmungsvoller Abschluss dieser abwechslungsreichen Tour.
Dem Lauf des Tabeillon entlang Nr. 2348
Glovelier — Pré-Petitjean • JU

Dem Lauf des Tabeillon entlang

Der Streifzug durch die jurassischen Freiberge wird begleitet vom sanften Murmeln des Tabeillon, dem die Route von Glovelier bis nach Le Prépetitjean zu weiten Teilen folgt. Am Dorfausgang geht der Asphalt in einen breiten Naturweg über, der immer wieder durch schattige Waldstücke führt. Der Aufstieg ist sanft und kaum wahrnehmbar. Die erste, keine besonderen Anforderungen stellende Hälfte der Wanderung ist geprägt von der Ruhe der Landschaft und den Düften der Natur. Unterwegs lassen sich Glockenblumen entdecken und hier und da ein paar Walderdbeeren pflücken. Spektakulärer wird es auf dem nächsten Abschnitt. Zwischen Côte du Droit und Envers de Bollement taucht der Weg in eine Schlucht, die von einer alten Mühle bewacht wird. Wieso hier eine Mühle steht? Das wird bald klar, stösst man doch einige Hundert Meter weiter auf ein altes Schaufelrad und den malerischen Etang de Bollement. Lehrtafeln erläutern, dass dieser künstliche Weiher, angelegt im 16. Jahrhundert, einst wertvolle Wasserkraft für die Verarbeitung von Holz und Getreide lieferte. Flussabwärts standen damals mehrere Schaufelräder, die Sägewerke und Kornmühlen antrieben. Etwas weiter erzählt der Etang du Plain de Saigne eine ähnliche Geschichte. Zwar werden diese Gewässer heute nicht mehr industriell genutzt, doch dafür bewahren sie einen grossen ökologischen Wert, eingebettet in eine Landschaft, die wesentlich zum Reiz dieser Route beiträgt. Die letzten Kilometer über für die Freiberge typische Wytweiden bilden den beschaulichen Abschluss der Wanderung, die am kleinen Bahnhof von Le Prépetitjean endet.
Vielfältige Wege an der Grand Bisse de Lens Nr. 2347
Icogne, Les Vernasses — Chermignon, Diogne • VS

Vielfältige Wege an der Grand Bisse de Lens

Im Wallis sind heute noch etwa 300 Suonen in Betrieb. Viele dieser traditionellen Bewässerungskanäle wurden im Mittelalter angelegt, so auch die Grand Bisse de Lens. Dieser Wasserlauf ist ein gutes Beispiel für die verschiedenen Funktionen der Suonen in der Neuzeit, namentlich für die Landwirtschaft, das Kulturerbe und den Tourismus. Auch Wandernden hat die Grand Bisse de Lens eine erstaunlich vielfältige Palette von Erlebnissen zu bieten. Los geht die Wanderung bei der Bushaltestelle «Icogne, Les Vernasses». Zu Beginn schlängelt sich die Route auf einem idyllischen, mit Wurzeln gespickten Weg durch die üppige Vegetation. Hier gilt es, sich nicht die Zehen zu stossen – vor allem, wenn man vielleicht gerade auf ein spannendes Bötchenrennen auf der Suone konzentriert ist … Nach etwa einer halben Stunde ist der technisch anspruchsvollste und spektakulärste Teil der Wanderung erreicht: das sich an die Felswand klammernde Aquädukt, flankiert von einem steilen und luftigen, weiss-rot-weiss markierten Pfad. Zwar ist die Passage mit Geländern und Seilen gesichert, erfordert aber dennoch Trittsicherheit. Wer für diesen Abschnitt etwas Mut aufbringen musste, wird dafür beim Punkt 1029 belohnt. Hier, wo die Suone einen Knick macht, laden Sitzbänke dazu ein, eine wohlverdiente Pause einzulegen und den Panoramablick aufs Rhonetal zu geniessen. Für Letzteres steht auch ein Hightech-Aussichtsfernrohr mit Angaben zu den umliegenden Gipfeln bereit. Beschaulich geht es danach weiter in Richtung Chermignon-d’en-Bas, mal unter freiem Himmel, mal im Schatten der Bäume. Immer wieder bieten sich vom Pfad aus schöne Ausblicke auf die Ebene, durch die sich die Rhone wie eine riesige Version einer Suone zieht. Mit leichtem Bedauern lässt man den ruhigen Wasserlauf hinter sich und absolviert die letzten Meter bis zur Bushaltestelle «Chermignon, Diogne» an der lärmigen Kantonsstrasse.
Zum Lago Vago, dem türkisfarbenen Bergsee Nr. 2346
Forcola di Livigno • GR

Zum Lago Vago, dem türkisfarbenen Bergsee

Rundum ein Augenschmaus, dazu noch eine abwechslungsreiche und spannende Wegführung – das verspricht diese Gipfeltour. Am besten wählt man einen sonnigen Tag, denn erst dann kommen die Farben des Sees und des Gesteins so richtig zur Geltung. Bis zum Lago Vago ist es eine leichte Bergwanderung, auch noch bis zum Gratansatz. Wer weiter will, benötigt einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit. Zwar bewegt man sich am Gipfelkamm meist durch Gehgelände, doch recht exponiert, hie und da müssen die Hände eingesetzt werden. Die Wanderung beginnt auf dem Forcola di Livigno und folgt zunächst der Grenzlinie zwischen dem Engadin und dem Veltlin. Am Grenzstein auf der Passhöhe biegt man in den Pfad südöstlich bergwärts, vorbei an der Madonna delle Acque, ins Val Orsera. Bei P. 2461 – nun schon in Italien – gabelt sich der Weg und man biegt links ab. Al Vach und Lach dal Vach steht auf den Wegweisern, Monte Vago und Lago Vago im lokalen Dialekt. Vach vom lateinischen vacuum, also «leer», bezeichnet das öde und unbewirtschaftete Gelände, das das Gebiet des Monte Vago charakterisiert. Der italienisierte Name Vago steht für «instabil», wie ein Grossteil der Hänge hier. Nach einem steilen Aufstieg schlängelt sich die Route nordöstlich zum Kar des Monte Vago, in das sich der See bettet. Viele wollen der leuchtenden Perle nahe sein, das zeigt ein Trampelpfad ans Ufer hinunter. Der offizielle Wanderweg führt oberhalb des Sees durch Blockwerk zum Gratansatz des Monte Vago bei P. 2906. Nun geht es rechts der felsigen Kammschneide und den rot-weiss-roten Markierungen nach auf den Gipfel, wo man sich ins Gipfelbuch eintragen kann. Traumhaft die Rundschau: die Berninagruppe, das Hochtal von Livigno, Ortler und Königsspitze stechen hervor. Auf dem gleichen Weg kehrt man zurück. Früher konnte auf dem Forcola di Livigno auch übernachtet werden, das ist seit einigen Jahren leider nicht mehr möglich.
Die kontinentale Wasserscheide in Uri Nr. 2345
Furka Passhöhe — Realp • UR

Die kontinentale Wasserscheide in Uri

Es gibt weltweit nur wenige Punkte, von denen das Wasser in drei verschiedene Meere abfliesst. Einer davon liegt im Gotthardmassiv auf 3025 Metern über Meer, weit oberhalb der Rotondohütte SAC, an der Grenze der Kantone Uri, Wallis und Tessin. Fällt hier Regen, gelangt er entweder in die Adria, ins Mittelmeer oder in die Nordsee. Dreifache kontinentale Wasserscheide nennt sich ein solcher Punkt im Fachjargon. Auf einer zweitägigen Wanderung kann man diesen speziellen Ort erkunden – und noch viel mehr. Ausgangspunkt ist der Furkapass. Von der Postautohaltestelle führt der Wanderweg südostwärts in Richtung Rotondohütte. Viele Zwischenziele, an denen man sich orientieren könnte, gibt es unterwegs nicht. Durch eine karge Landschaft mit vielen Bächen und kleinen Seen und einigen steilen Alpweiden mit Rindern und Yaks geht es in stetigem Auf und Ab der SAC-Hütte auf 2573 Metern Höhe entgegen. Am zweiten Tag steht ein steiler Aufstieg via die Seen des Witenwasserengletschers zum Hüenderstock bevor. Schon dieser Punkt ist magisch: Nach Schatten, Eis und Fels lockt plötzlich das warme Licht des Südens und der Ausblick ins Val Bedretto. Ab hier ist der Weg bis zur Wasserscheide weiss-blau-weiss markiert, er ist aber gut ausgebaut und für trittsichere und schwindelfreie Wandernde gut zu meistern. Eine Metallpyramide kennzeichnet schliesslich das Ziel. Zurück geht es wieder über den Hüenderstock immer dem Grat entlang zum Hüendersattel und dann hinunter bis auf die riesige Schwemmebene Im Tälli unterhalb der Rotondohütte. Wer einen Tag länger Zeit hat, kann nochmals in der Hütte übernachten. Alle anderen steigen zur Alp Oberstafel ab, wo der Wanderweg ins Tal der Witenwasserenreuss mündet. Dieses führt bis nach Realp, von wo ein Zug ins Goms oder nach Andermatt fährt.
Frühlingsauftakt am Bodensee Nr. 1300
Kreuzlingen Hafen — Uttwil • TG

Frühlingsauftakt am Bodensee

Dichter Nebel lag am 12. Februar 1864 über dem Bodensee. Die Dampfschiffe «Jura» und «Stadt Zürich», beide im Linienverkehr zwischen Konstanz und Romanshorn unterwegs, kollidierten in voller Fahrt. Die «Jura» sank innert dreier Minuten, der Ausguck verlor sein Leben. Über 100 Jahre später, 1976, wurde das Wrack entdeckt. Sporttaucher Hans Gerber hatte es nach akribischer Suche gefunden, in 40 Metern Tiefe vor Bottighofen. Heute steht der Dampfer unter kantonalem Schutz, als Unterwasserdenkmal und archäologische Fundstelle. Das Wrack soll vor Plünderungen und Schäden durch unsachgemässes Tauchen bewahrt werden, ist doch die «Jura» das bekannteste Tauchziel im Bodensee. Allein Gerber war über 720 Mal unten. Das Seeufer vor Bottighofen ist aber auch ein attraktives Ziel für eine Frühlingswanderung. Die Tour startet in Kreuzlingen am Hafen und führt erst durch den Seeburgpark, eine naturnahe Parkanlage mit Beobachtungsturm und Hochland- rindern. Sodann folgt bis Münsterlingen ein Abschnitt mit gelegentlichem Velokontakt und Asphalt, bevor wiederum Kieswege dominieren. Sie bringen den Wanderer dem Ufer entlang über Altnau, Güttingen und Kesswil nach Uttwil. Unterwegs locken die Aussicht auf den grossen See und die Berge, blühende Obstbäume, verträumte Dörfer, zahllose Rastplätze direkt am Ufer, Feuerstellen und Liegewiesen sowie ein gastronomisches Angebot für jeden Geschmack. Schliesslich lässt sich auf der Wanderung auch die «Jura» besuchen: Das Seemuseum Kreuzlingen, im Seeburgpark direkt am Wanderweg gelegen, widmet dem Dampfer eine Sonderausstellung. Zu sehen ist unter anderem die Schiffsglocke, die auf mysteriöse Weise verschwunden war und ebenso mysteriös wieder aufgetaucht ist.
Bädertourismus Nr. 0700
Stn. Scuol-Tarasp • GR

Bädertourismus

Scuol besitzt eine lange Bädertradition. Rund 20 Mineralwasserquellen sollen in der Gegend entspringen. Erstmals erwähnt wurde das begehrte Wasser bereits im 14. Jahrhundert, bevor der Arzt Paracelsus dafür sorgte, dass die Heilquellen von Scuol in ganz Europa bekannt wurden. Mit dem Bau der Fahrstrasse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann eine erste Hochblüte des Bädertourismus. Aus jener Zeit stammen die Trinkhalle (Büvetta)¹ und das ehemalige Kurhaus Bad Tarasp¹, die nach 30 Minuten auf dieser Wanderung unten am Inn auftauchen. Die Büvetta, 1874-76 durch Bernhard Simon erbaut, ist wegen Felssturzgefahr geschlossen, kann aber vom andern Ufer aus gefahrlos betrachtet werden. In unmittelbarer Nähe steht das Kurhaus, das 1865 eröffnet worden war. Mit den beiden abgewinkelten Seitenflügeln und der Parkanlage hat es durchaus schlossähnlichen Charakter. So erstaunt es nicht, dass viele prominente Gäste aus Europa zur Kur kamen - unter anderem soll 1870 auch Königin Victoria von England hier logiert haben. Der grosse Bau bot Platz für 300 Kurgäste; zurzeit steht er leer, es gibt aber Pläne für eine neue Nutzung. Nach Überquerung des Inns führt die Route durch den Wald hinauf über Florins nach Tarasp. Vorbei am Wahrzeichen des Tals, dem von weither sichtbaren Schloss, zieht die Route an zwei Seen (Lai da Tarasp/Lai Nair) vorbei bergwärts. Über Vulpera und durch die wild‑romantische Clemgia‑Schlucht führt der Weg zurück nach Scuol. Von der imposanten Brücke (Punt Ota) blickt man auf die idyllisch gelegene reformierte Kirche¹ aus dem 16. Jahrhundert, die über dem Inn auf einem Hügel thront.

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