Schneeschuhtour planen leicht gemacht – oder so…

Img_20220212_132145
09.03.2022 • evelynewandert

Schneeschuhtour planen leicht gemacht – oder so…

Seit einer Woche stehen wir im meteorologischen Frühling. Eigentlich würde ich deshalb jetzt nicht mehr über Wintersport schreiben wollen. Aber die aktuellen arktischen Temperaturen verleiten mich dazu, es dennoch zu tun. Schliesslich liegt meine letzte Schneeschuhtour auch erst vier Tage zurück.

Vor zwölf Jahren habe ich das Schneeschuhlaufen für mich entdeckt. Damit schloss sich die schier unerträgliche Winterlücke des Bergsports. Wissen und Erfahrung in Bezug auf die Beurteilung der Lawinensituation kann ich allerdings nur auf sehr bescheidenem Niveau vorweisen. Zwar habe ich vor sieben Jahren einen Grundkurs Skitouren absolviert. Wirklich erprobt habe ich das Erlernte dann aber nicht. Wenn ich also mit Schneeschuhen losziehen will, bin ich darauf angewiesen, mich entweder einer kundigen Begleitung anzuhängen oder – und das ist zu 90% der Fall – für eine signalisierte und damit allermeist sichere Route zu entscheiden, die erst noch den Wildtierschutz berücksichtigt. Ich betrachte es deshalb als Geschenk, dass das Angebot an markierten Schneeschuhrouten in den letzten Jahren stetig gewachsen ist.

Img_20220212_121132-1

Da schlägt das Schneeschuhwanderherz gleich höher: Jungfräuliche Winterlandschaft zum selber Spuren.

Routenvorschläge finden sich auf verschiedenen Web-Plattformen, frei zugänglich, kostenlos für registrierte Nutzer oder auch gegen Gebühr. Alleine SchweizMobil kommuniziert über 200 Schneeschuhrouten als sogenanntes best-of-Angebot. Daneben vermarkten die Betreiber der Routen das Angebot auch über ihre eigenen Websites. Insgesamt also ein ziemlicher Dschungel, und der Suchaufwand ist manchmal beträchtlich (Doppelspurigkeiten, Überangebot etc.).

Wie nützlich wäre es also, wenn es ein nationales Verzeichnis aller signalisierten Schneeschuhrouten gäbe! Was so einfach klingt, birgt einige Herausforderungen, dessen bin ich mir bewusst. Ein Beispiel: Die Kantone sind ganz unterschiedlich organisiert; die Initiierung offizieller Schneeschuhrouten kommt meist vom lokalen Tourismus, die Verantwortung (Trägerschaft) liegt dann oft bei den Gemeinden, und der Kanton hält die Fäden in der Hand. Kommuniziert wird das Angebot schliesslich wieder via Tourismus. Das alles schreit förmlich nach sehr viel Koordinationsaufwand.

Img_20220219_111541

Bis eine Schneeschuhroute im Gelände signalisiert ist, braucht es einiges an Vorarbeit.

Mit dem Erfassen der Routen wäre es natürlich auch nicht gemacht, denn die Routen müssen schliesslich digital nachgeführt und à-jour gehalten werden. So kommt es vor, dass eine Route kurzzeitig wegen Lawinengefahr gesperrt wird. Und die Schneedecke bleibt ja auch nicht ewig dick genug für vergnügliches Schneeschüelen. Diese Infos sollten also ebenfalls zugänglich sein. Ich kenne da eine Organisation, die sich dank bestens qualifizierten und topmotivierten Mitarbeitenden perfekt dazu eignen würde, diese anspruchsvolle Aufgabe einer nationalen Plattform für markierte Schneeschuhrouten (und – wenn wir schon dabei sind – Winterwanderwege) zu übernehmen. Zufällig arbeite ich sogar für diesen Dachverband und renne mit meinem Wunsch bestenfalls offene Türen ein. Zumindest stimmt es mich zuversichtlich, dass erste Vorarbeiten und Abklärungen bereits stattgefunden haben. Es bleibt ja noch Zeit, denn wie gesagt: Eben erst hat der meteorologische Frühling begonnen. Aber der nächste Winter kommt bestimmt.

Übrigens: die allerbesten, weil sorgfältig vor Ort recherchierten Schneeschuhwanderungen gibt es auf der Serviceplattform der Schweizer Wanderwege zu finden, Schweizer Wanderwege | Alle Wanderungen (schweizer-wanderwege.ch)

Hüttenwanderin

Mehr Infos

Kommentare

Noch keine Kommentare

Artikel wurde dem Warenkorb hinzugefügt.