• Zwischen Cornaux und Cressier führt der Weg entlang der Rebberge. Bilder: Mike Sommer

    Zwischen Cornaux und Cressier führt der Weg entlang der Rebberge. Bilder: Mike Sommer.

  • Die Mauern der Häuser in den Winzerdörfern sind aus Hauterive-Kalkstein gebaut.

    Die Mauern der Häuser in den Winzerdörfern sind aus Hauterive-Kalkstein gebaut..

    St-Blaise-Lac — La Neuveville • NE

    Vom Neuenburger- an den Bielersee

    Der gelbe Hauterive-Kalkstein, der während Jahrhunderten in der Nachbargemeinde von Saint-Blaise abgebaut wurde, ist ein ständiger Begleiter auf der kurzweiligen Zwei-Seen-Wanderung. Seine Farbe prägt die Fassaden in den Winzerdörfern an der Wanderroute: Das dunkle Gelb passt perfekt zu den sonnenverwöhnten Hängen der ersten Jurakette, in denen Trauben für frische, mineralische Weine wachsen. Von der Bahnstation «Lac» empfiehlt sich ein kurzer Umweg über den Bootshafen, wo Mario Bottas Brunnen den Auftakt zum 12-Brunnen-Weg entlang des Stadtbachs Ruan markiert. Das anschliessende Waldstück ist geprägt von einem vielfältigen Baumbestand und erholsamer Stille. Die ist sonst keine Selbstverständlichkeit über der weiten Ebene der Zihl, auf der sich die Geräusche der Jurasüdfusslinien von Auto- und Eisenbahn ungehindert ausbreiten. Das Gebiet zwischen den Seen ist reich an Geschichte und seit der Jungsteinzeit besiedelt. Weltberühmt sind die Eisenschwerter und -schilde der Kelten aus dem nahen La Tène. Die Zihlebene war schon immer Übergangsland, wo Kulturen, Konfessionen und Herrscherhäuser aufeinandertrafen - Begegnungen, die erstaunlich friedlich verliefen. Wieso Krieg führen, wenn man sich bei einem Glas Weisswein verbrüdern kann? Heute treffen in dieser Gegend Deutsch und Französisch, stille Jurahöhen und dicht besiedeltes Mittelland aufeinander. Die Kontraste sind hör- und sichtbar - etwa wenn hinter der Silhouette eines verträumten Winzerdorfs die stählernen Türme der Raffinerie von Cressier in den Himmel ragen. Wer Gegensätze liebt, kommt in den Rebbergen zwischen Neuenburger- und Bielersee garantiert auf seine Kosten.

    Information

    «St-Blaise-Lac» und La Neuveville sind erreichbar mit dem Zug ab Biel, Bern oder Neuchâtel.

    Archäologiemuseum Laténium, Hauterive, 032 889 69 17, www.latenium.ch
    Hotel Garni Villa Carmen, La Neuveville,
    032 751 23 69, www.villacarmen.ch

    Wanderung Nr. 1577

    Revision 2020 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

    Mike Sommer

    St-Blaise-Lac
    0:00
    0:00
    Cornaux
    1:20
    1:20
    Château de Jeanjaquet
    1:45
    0:25
    Cressier
    2:00
    0:15
    Le Landeron
    2:50
    0:50
    La Neuveville
    3:35
    0:45
    Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

    Wandervorschläge

    Rund um Neuenburg in die Natur eintauchen Nr. 2336
    Neuchâtel — Neuchâtel, Place Pury • NE

    Rund um Neuenburg in die Natur eintauchen

    Diese Kurzwanderung kann schon sehr früh im Jahr unternommen werden, um den Frühling zu begrüssen. Es ist ein naturnaher Spaziergang rund um Neuenburg, der in der Altstadt endet und je nach Lust mit einer Schiffsfahrt abgeschlossen werden kann. Der Anstieg beginnt auf der nördlichen Seite des Bahnhofs, wo über die Faubourg de la Gare, die Rue de Fontaine-André und über eine Treppe am linken Strassenrand der botanische Garten erreicht wird. Blumen aus aller Welt zeigen sich in thematischen Gärten und Gewächshäusern von ihrer schönsten Seite. Der Park und das dazugehörende Café du Jardin bieten sich zum Verweilen an, bevor der Weg hinauf nach Pierre-à-Bot ansteht. Auch dort gibt es einen Park, ein Ausflugsrestaurant und viel Platz, um sich zu vergnügen. Am westlichen Ende führt der signalisierte Wanderweg zum mächtigen Findling Pierre-à-Bot. Der Rhonegletscher hat ihn in der letzten Eiszeit vom Montblancmassiv hergetragen. Der Wanderweg quert danach zwei Hauptstrassen. Bei der nächsten Möglichkeit biegt man rechts auf einen Waldweg ab, um schon bald auf den nächsten signalisierten Wanderweg zu stossen. Dieser führt durch die Gorges du Seyon, vorbei an weissen, mit Moos bewachsenen Kalkfelsen, welche die leisen Geräusche von der Hauptstrasse ganz unten in der Schlucht vergessen lassen. Bald ist Gor de Vauseyon erreicht, wo Kännel und Mühlenräder ans vorindustrielle Zeitalter erinnern. Beim Restaurant La Maison du Prussien hat sich der Seyon vor langer Zeit tief in den Felsen gefressen. Durch ein kleines Industriegebiet stösst man schliesslich in die Stadt Neuenburg und zum eindrücklichen Château vor. Von hier geleitet einen die Escalier du Château in die Altstadt, wo es rechterhand bis zur Place Pury geht – oder noch weiter bis zur Schifflände.
    Rund um die Stadt Neuenburg Nr. 1810
    Neuchâtel — Neuchâtel, Place Pury • NE

    Rund um die Stadt Neuenburg

    Viele kennen Neuenburg, das Schloss, die Altstadt und die Gebäude aus gelbem Sandstein. Aber wer kennt die Umgebung mit den Wäldern und den städtischen Seeufern? Die hier vorgestellte Wanderung, die sich perfekt eignet für den Winter, führt durch diese schöne Umgebung. Vom Bahnhof aus bringt der Bus die Wanderer zur Haltestelle Vallon de l’Ermitage, ein Begriff, wenn es um die Höhen rund um Neuenburg geht. Vorbei am botanischen Garten führt die Route zum einzigen, dafür aber steilen Anstieg der Strecke. Das Centre Dürrenmatt mit dem vom Tessiner Architekten Mario Botta entworfenen Gebäude und die Ermitage-Felsen, von denen aus man den See und die Stadt bewundern kann, laden zum Verweilen ein. Der mit Kalksteinfelsen durchsetzte Wald bietet nun eine lange flache Passage. Zwischen den kahlen Bäumen erahnt man eine Lichtung, wo die Abtei von Fontaine-André aus dem 12. Jahrhundert steht. Der Weg führt anschliessend unter der 1910 in Betrieb genommenen Standseilbahn durch, die von La Coudre auf den Chaumont fährt. Bei der für Freizeitaktivitäten beliebten Waldlichtung Prise Gaubet führt der Weg langsam hinunter nach Saint-Blaise. Dort eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf die Felder, dann auf den östlichen Teil des Neuenburgersees und schliesslich auf die Weinberge. Nun wird das hübsche Weinbaudorf Saint-Blaise durchquert, bevor man wieder das Seeufer erreicht, eine Gegend mit Vorbildcharakter, was Renaturierung angeht. Sie bietet Buchten, Schilfflächen und einladende Wege. Nun erreicht man den Archäologiepark des Museums Laténium und den belebten Parc des Jeunes Rives. Am Ende der Wanderung entzücken der Hafen von Neuenburg und der Quai Osterwald im Stil der Belle Époque.
    Von St-Blaise nach Le Landeron Nr. 1206
    St-Blaise — Le Landeron • NE

    Von St-Blaise nach Le Landeron

    Weinbaugegenden bilden mit ihren Weinbergen und typischen Dörfern eine harmonische Einheit. Die Wanderung von Saint-Blaise nach Le Landeron liefert den besten Beweis dafür. Sie beginnt im hoch über Neuenburg gelegenen Saint-Blaise beim SBB-Bahnhof - einem der beiden Bahnhöfe des Winzerdorfes. Nach einem ersten und zugleich letzten Blick auf den Neuenburgersee führt der Weg in den Wald. Er wird dort nach und nach schmaler. Mal geht es hinauf, mal hinunter. Die Region Entre-deux-Lacs ist durch die Bäume hindurch erkennbar. Dieses flache Gebiet wurde vor einigen Jahrzehnten als wichtiges Zentrum für die wirtschaftliche Entwicklung definiert. In Cornaux folgt man der Rue des Fontaines, die von schönen Häusern aus dem 18. Jahrhundert gesäumt ist. Am Ortsausgang führt die Route den Weinreben entlang. Kurz vor Cressier taucht das Schloss Jeanjaquet aus dem Nichts auf. Dieses wunderschöne private Anwesen im neogotischen Stil wurde 1872 auf einer römischen Stätte errichtet. Ein wenig weiter weg ist Cressier mit seinen Häusern aus gelbem Hauterive-Stein und seinem um 1610 errichteten Schloss zu sehen. Hier, wie in allen Ortschaften entlang der Wanderung, fehlt es nicht an Weinkellereien, in denen man degustieren kann. Ein steiler Anstieg führt anschliessend nach Combes, von wo aus man die auf einer Anhöhe stehende Kapelle aus dem 17. Jahrhundert und den Bielersee sieht. An Weinbergen vorbei führt der Weg nach Le Landeron, dem Endpunkt der Wanderung. Wer Lust hat, besucht noch die Altstadt von Le Landeron, die sich rund 800 m südlich vom Bahnhof befindet.
    Kanton Neuenburg Nr. 0274
    Les Hauts-Geneveys — Col de la Tourne • NE

    Kanton Neuenburg

    Vom Bahnhof in Les Hauts‑Geneveys tauchen Wanderer/innen schon nach wenigen Schritten in die einladende Juralandschaft ein. Der Wanderweg führt über Juraweiden mit ausladenden Fichten, dann an einem Skilift vorbei und schliesslich hinauf durch den Wald Forêt de la Baume. Kurz unterhalb des Gipfels des Tête de Ran lädt ein Bergrestaurant zum Pausieren ein. Dieser an Bisentagen windumtoste Juragipfel entschädigt mit seiner unbegrenzten Sicht von den Glarneralpen bis zum Genfersee für das Aushalten von Kälte und Wind. Von hier oben ist es nicht erkennbar, aber ein Blick auf die Wanderkarte zeigt es deutlich: Das nahe gelegene La Chaux‑de‑Fonds wurde nach einem Brand 1794 nach amerikanischem Vorbild schachbrettartig wieder aufgebaut. Aus dieser mit über 1000 m ü. M. höchstgelegenen Stadt Europas stammen zahlreiche berühmte Persönlichkeiten. Beispielsweise der Architekt Le Corbusier, der Schriftsteller Blaise Cendras oder der Autokonstrukteur Louis Chevrolet. Mit Rücken‑ oder Seitenwind folgen Wanderer/innen dem Gratrücken entlang zum Mont Racine. Auch von diesem Gipfel aus reicht die Sicht bis nach Frankreich, und an klaren Tagen bis zum Schwarzwald in Deutschland. Auf der einen Seite breitet sich unter uns das Val de Ruz mit seinem Mosaik aus Wiesen und Weizenfeldern aus. Auf der anderen Seite erstreckt sich das Hochtal Vallée de La Sagne mit seinen Weiden und Wiesen in verschiedenen Grüntönen. Nach abwechslungsreichen Wegstücken über Weiden und durch Wald ist das Tagesziel, La Tourne, erreicht.

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    232T Vallon de St-Imier

    CHF 22.50

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