Arosio, Paese — Astano, Paese • TI

Kastanienselven und ein Grat im Malcantone

Arosio ist sozusagen der Kastanienhauptort des Tessins. Im kleinen Dorf in Balkonlage begann Mitte der 1990er-Jahre die Wiederbelebung der traditionellen Tessiner Kultur – heute werden die Selven wieder gepflegt und bewirtschaftet. Während Jahrhunderten war das sogenannte Brot der Armen die Lebensgrundlage vieler Bauernfamilien – die Früchte zum Essen, das Holz zum Bauen, die Blätter als Streu fürs Vieh. Mit der Industrialisierung und Abwanderung wurden die sorgsam gepflegten Selven aufgegeben. In Arosio startet der Aufstieg zur zweitägigen Gratwanderung. Der Weg, am Anfang asphaltiert, steigt vorerst sanft und schattig an bis La Bassa. Dort weicht der Wald eher buschartiger Vegetation, was den steiler werdenden Aufstieg zum Gradicciòli zur aussichtsreichen und je nachdem auch schweisstreibenden Angelegenheit macht. Von dem mit einem imposanten Kreuz markierten Gipfel des Gradicciòli ist die Rundsicht überwältigend: Man sieht über die Stadt Lugano hinweg Richtung Mendrisiotto und Grossraum Mailand genauso wie bis zu den Walliser Hochalpen. Vom Gradicciòli biegt man ein auf den Weg der bekannten Wanderung zwischen Monte Tamaro und Monte Lema. Der Gratweg ist breit und einfach begehbar, stets hat man die beiden grossen Tessiner Seen vor Augen, den Lago Maggiore auf der einen, den Lago di Lugano auf der anderen Seite. Auf dem Monte Lema gibt es eine einfache Übernachtungsgelegenheit. Aber auch die Option, für die Nacht mit der Seilbahn hinunter nach Miglieglia zu fahren. Am zweiten Wandertag gibt es einen gepflegten, meditativen Abstieg praktisch auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Auf einem angenehmen ehemaligen Maultierpfad verlässt man den sonnigen Grat, taucht zuerst in Birken- und später in Buchenwälder ein, ehe das Grenzdorf Astano erreicht wird.

Information

Grotto Sgambada, Arosio, 091 600 32 42, grottosgambada.ch
Ristorante Lema 1624, 091 967 13 53, ristorantelema1624.ch
Albergo della Posta Astano, 091 608 32 65, posta-astano.ch  

Wanderung Nr. 2330

Publiziert 2026 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Jürg Steiner

Wanderroute

Arosio, Paese
0:00
0:00
La Bássa
1:50
1:50
Gradicciòli
3:30
1:40
Pòla
3:55
0:25
Passo d'Agario
4:15
0:20
Zottone
4:50
0:35
Forcola d'Arasio
5:35
0:45
Monte Lema
5:50
0:15
Passo di Monte Faëta
6:45
0:55
Astano, Paese
7:50
1:05
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Voller Energie oberhalb von Cademario Nr. 2332
Cademario, Lisone — Castelrotto, Ospedale • TI

Voller Energie oberhalb von Cademario

Cademario ist ein besonderer Ort. Nach der Fahrt auf einer kurvenreichen Bergstrasse öffnet sich hier eine herrlich weite Landschaft. Claudio Andretta, Autor des Bestsellers «Orte der Kraft im Tessin» schreibt: «Auf den Hügeln und in den Wäldern rund um das Kurhaus fand ich mehrere Kraftorte vor, die geeignet sind, uns Vitalität zu geben und uns energetisch aufzuladen.» Einer dieser Hügel ist mit einer Kapelle gekrönt. Dieser strebt man von der Postautohaltestelle «Cademario, Lisone» nach Süden entgegen. Gleich beim Parkplatz geht es in den Wald und unter mächtigen Kastanien hindurch auf den Hügel von S. Bernardo. Wunderschön der Blick nicht nur nach Cademario und zum Pizzo di Claro, sondern auch in die andere Richtung über die Häuser von Novaggio hinweg zur Eisbastion des Monte Rosa. Der Abstieg führt zur Lichtung ob Iseo, wo sich bei der Weggabelung am Ristoro ai Gelsi nach links der Abstecher zur Kirche Santa Maria lohnt, die einen besonderen Blick zum Lago di Lugano schenkt. Beim Dörfchen Iseo wandert man nordwestlich an Rustici vorbei ins stille Val di Pre Murasca hinab und im Gegenanstieg nach Aranno. Eine alte Mulattiera führt westlich zur Magliasina hinunter, wo glasklare Badepools zur Erfrischung locken. Am anderen Ufer geht es erneut bergwärts und bei der Weggabelung links im Bogen um einen Hügel nach Curio mit seinem sehenswerten Museo del Malcantone, in dem man viel über Brauchtum und Auswanderung erfährt. Von Curio leitet der Wanderweg durch eine Wiesensenke nach Feredino und dann nach Biogno. Auf der Piazza biegt die Route links in einen Wiesenweg. Kurz bevor dieser auf die Strasse stösst, kann man links durch ein Gatter das Gelände des Weinguts Vallombrosa mit einer Open-Air-Kunstausstellung betreten. Am Agriturismo vorbei und über die Strasse ist gleich Castelrotto erreicht.
Zweitägige Grenzwanderung Nr. 1559
Bogno — Brè sopra Lugano • TI

Zweitägige Grenzwanderung

Die Kurven scheinen nahezu endlos, bis man endlich in Bogno, zuhinterst im Val Colla, angelangt ist. Steil windet sich ein Weg aus dem Dorf hoch, über Bergwiesen an einzelnen Ferienhäusern vorbei und schliesslich in den lichten Wald - bis man den Passo di San Lucio erreicht. Hier hat man zum ersten Mal Aussicht auf Italien. Man befindet sich von nun an während zweier Tage immer auf der Grenze, mal mit den Füssen in Italien, mal in der Schweiz. Alpenrosen, schroffe Felsen und liebliche Weiden wechseln sich ab. Hinter jeder Wegbiegung wartet eine neue, unerwartete Aussicht. Und so meistert man auch die Höhenmeter scheinbar mühelos. Am Abend geht es durch den Wald bergab, bis man bei der Capanna Pairolo angelangt. Die Hütte hat italienischen Charme, das Team ist überaus freundlich, und die Hausspezialität ist Polenta. Von der Hütte aus geht es am nächsten Morgen zu den Denti della Vecchia, den Kalkzähnen, die auch beliebt bei Kletterern sind. Steil ragen sie in die Höhe und geben zusammen mit dem Luganersee im Hintergrund ein pittoreskes Fotosujet ab. Danach geht es runter auf die Alpe Bolla - die Hütte befindet sich allerdings etwas weiter unten als der vorgeschlagene Weg. Jetzt folgt der steile Aufstieg auf den Monte Boglia. Hier kann man zum letzten Mal die Rundumsicht geniessen und einen allerletzten sehnsüchtigen Blick auf Italien werfen, bevor es bergab und Richtung Schweiz geht. Der Abstieg erfolgt sanft und knieschonend durch den Wald. Nur der letzte, steile Teil hat es in sich. In Brè sopra Lugano, einem überaus hübschen Dorf, lohnt sich ein kleiner Rundgang.
Ein Wandertag über dem Südtessin Nr. 1281
Alpe Foppa (Corte di Sopra) — Monte Lema • TI

Ein Wandertag über dem Südtessin

Zwei Dinge haben den Monte Tamaro zu einem national beliebten Ausflugsziel gemacht: die Kapelle Santa Maria degli Angeli und die lange, aussichtsreiche Gratwanderung zum Monte Lema. Erstere ist das Wahrzeichen der Alpe Foppa, wo die Bergtour zum Monte Lema beginnt, und trägt die Handschrift des bekannten Tessiner Architekten Mario Botta. Der eigenwillige Bau gleicht einem Amphitheater, ein 65 Meter langer Viadukt führt zur Aussichtsplattform, von der aus man einen wunderbaren Blick über das Südtessin geniesst. Noch mehr Aussicht erwartet einen auf dem Gipfel des Monte Tamaro, den man in knapp zwei Wanderstunden erklimmt - bis zur Capanna Tamaro auf gemächlich ansteigender Naturstrasse, danach auf gut ausgebautem und zum Schluss schweisstreibendem Bergweg. In der Capanna Tamaro kann man sich mit Kuchen und Kaffee stärken, auf dem Weiterweg zum Monte Lema warten zwei Getränkehütten. Ansonsten sucht man bis kurz vor dem Ziel vergeblich nach Quellen und Brunnen. Dafür gibt es viel Aussicht: auf den Lago Maggiore, den Lago di Lugano, die Südtessiner Voralpen und auf die hohen Tessiner und Walliser Gipfel. Zwischen Monte Tamaro und Monte Lema ist, mit wenigen Unterbrüchen, Gratwandern angesagt. Trotzdem sind zahlreiche Höhenmeter zu überwinden, die Tour beschreibt ein munteres und zum Schluss kräftezehrendes Auf und Ab. Bis zum Passo d’Agoria ist der Weg einfach, danach wird er konditionell und technisch anspruchsvoller. Schwierige Passagen sind aber gut gesichert, und so erreicht man nach gut fünf Wanderstunden die Seilbahn auf dem Monte Lema. Die Wartezeit lässt sich auf der Sonnenterrasse des Restaurants bestens überbrücken.
Zwischen den Zähnen der Alten Nr. 0311
Monte Brè — Sonvico • TI

Zwischen den Zähnen der Alten

Von Lugano aus fährt eine Standseilbahn auf den Gipfel des Monte Brè, den Ausgangspunkt dieser Wanderung. Nach einem kurzen Abstieg wandert man auf Kopfsteinpflaster zwischen rustikalen Steinhäusern durch die Gassen des Dorfs Brè. Nach dem öffentlichen Grillplatz ausserhalb des Dorfs führt der Wanderweg über Weiden in den winterkahlen Wald hinein. Nach einigen Kurven steht man oben auf der Krete und wandert dann dem Westhang des Monte Boglia entlang zur Alpe Bolla. Zwischen Mitte Dezember und Ende Januar blühen dort zu Hunderten die Christrosen. Es ist kaum vorstellbar, wie diese Pflanze mitten im Winter blühen kann! Wer die kürzere Variante nach Cadro hinunter vorzieht, kann noch etwas länger bei den Christrosen auf der Alpe Bolla verweilen. Wer der vorgestellten Route und damit dem Grat der Denti della Vecchia entlang weiterwandern möchte, hat noch eine lange Strecke vor sich und sollte die wenigen Stunden mit Tageslicht nutzen. Abwechslungsweise auf der italienischen, dann wieder auf der schweizer Seite schlängelt sich der Wanderweg dem Grat dentlang. Immer wieder leuchten die Blüten der Christrosen zwischen Laub und verdorrtem Gras hervor. Aussichtsreiche Weitblicke auf die Berge wechseln sich mit Tiefblicken ins Val Colla oder hinunter auf die Ebene von Lugano ab. Nach der Capanna Pairolo, die im Winter geschlossen ist (deren Schlüssel Wandernde aber vorgängig organisieren können), beginnt der Abstieg nach Sonvico. Allfälliges Eis und Kastanienblätter auf dem Boden fordern nochmals volle Konzentration.

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3328T Lugano - Mendrisiotto

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Tessin Tessin Bergwanderung Sommer Gipfelwanderung Gratwanderung Höhen- und Panoramawanderung Mehrtageswanderung hoch T2

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