Blütenmeer im Februar

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27.02.2020 • Naturwanderin

Blütenmeer im Februar

Es schneit! … hätte ich den Beitrag Anfang der Woche geschrieben, hätte ich davon geschwärmt, dass der Frühling in den Startlöchern steht, er im Flachland sogar schon angekommen ist. Momentan ist davon allerdings nichts mehr zu sehen. Ich mag mich gar nicht mehr daran erinnern, wie ich am letzten Wochenende bei 15-19°C draussen unterwegs war.

Tausende lila-blühende Krokusse, ganze Teppiche, die ich am Sonntag im Schlosspark Jegenstorf BE entdeckt habe, liegen jetzt unter einer dicken Schneedecke! Wahrscheinlich spitzeln nur noch die grössten Exemplare heraus. Und die Bienen, die schon emsig am Pollensammeln waren, müssen sich ebenfalls auf magere Zeiten einstellen.

Zum Glück können wir (noch) davon ausgehen, dass die Natur nicht alle Pflanzen zur selben Zeit „losschickt“ und auf Etappen weitere „Nachzügler“ zum Vorschein kommen. So blüht der Safran-Krokus (Crocus sativus) beispielsweise bis in den Spätherbst.

Safran wächst in unseren Breitengraden aber nicht einfach so, sondern muss gezielt angebaut werden. Die zwei grossen Schweizer Anbaugebiete befinden sich im Aargau und im Wallis. Der weltweit grösste Produzent von za’fran (Iranisch für „gelb sein“) bleibt aber nach wie vor der Iran mit 190 Tonnen pro Jahr! Wenn man bedenkt, dass für ein Kilo Safran 150’000 – 200’000 Blüten händisch geerntet werden müssen, wird schnell klar, weshalb Safranfäden als teuerstes Gewürz der Welt gehandelt werden.

Wenn’s nicht nur ein kulinarisches Highlight bleiben soll, darf man im Herbst den Lehrpfad in Mund VS nicht auslassen. Ein einfacher, 90-minütiger Rundweg gibt Einblick in die dortige Safrankultur und führt vorbei an den Anbaugebieten. Allerdings blüht der Krokus nur ca. zwei Wochen lang und wird Mitte Oktober geerntet. Das Timing ist also entscheidend!

… so, nachdem es immer noch schneit und es bis Oktober noch ein Weilchen dauert, profitieren wir einfach anderweitig vom Safran. Schon in der Antike wusste die persische Bevölkerung um die heilende Wirkung des filigranen Pflänzchens. Erkältungen, Entzündungen und (Winter-) Depressionen haben keine Chance mehr!

 

 

 

 

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