Wandervorschläge • Schweizer Wanderwege

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Auf Reptilien-Tour im Schenkenbergertal Nr. 2334
Schinznach Dorf, Oberdorf — Thalheim AG, Dorfplatz • AG

Auf Reptilien-Tour im Schenkenbergertal

Das Aargauer Schenkenbergertal liegt recht unscheinbar hinter der ersten Jurakette zwischen Aarau und Brugg. Trotz seiner Nähe zum Mittelland fühlt man sich hier bereits weit weg von Autobahnen, Logistikzentren und der geschäftigen Welt. Felder, Wiesen und Rebberge breiten sich in den niedereren Lagen aus, während die steileren Hügelzüge bewaldet sind, sodass sich so eine abwechslungsreiche Rundwanderung ergibt. Von Schinznach Dorf geht es auf dem 2022 eröffneten Historischen Rundweg den Berg hinauf, zwischen dem Wald und ausgedehnten Rebbergen. Dieser Teil der Wanderung ist gleich auch der erfolgversprechendste Abschnitt, um Eidechsen zu entdecken. Mauereidechsen sonnen sich bei günstigem Wetter gerne auf den Steinen der langen, streckenweise neu errichteten Trockenmauern, während Zauneidechsen sich eher in der Vegetation aufhalten. Besonders die Zauneidechse ist darauf angewiesen, dass der Mensch ihr solche Lebensräume schafft, da viele Populationen durch die intensive Landwirtschaft auf kleinste Bestände geschrumpft sind. Auf den freien Höhen bei der Buechmatt ergeben sich die ersten schönen Weitblicke über das ganze Schenkenbergertal. Anschliessend geht es für ein paar Kilometer südwestlich durch den Wald. Etwas vor der Staffelegg, dem Passübergang zwischen Aarau und Frick, kehrt die Wanderung wieder nach Osten. Meistens wandert man nun auf angenehmen Schotterstrassen durch Felder und an Waldrändern entlang in Richtung Thalheim AG. Auf einem bewaldeten Hügel in der Mitte des Tales thront die Burgruine Schenkenberg mit ihren eindrücklichen Mauern und Türmen. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Habsburgern errichtet und verfiel im 18. Jahrhundert. Heute ist sie gesichert und konserviert und sogar ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Für die Heimreise nimmt man den Bus beim grossen Brunnen auf dem Dorfplatz von Thalheim AG.
Spazierwanderung zwischen Natur und Stadt Nr. 2311
Russin — Genève • GE

Spazierwanderung zwischen Natur und Stadt

Auf dieser Wanderung erlebt man die Region Genf in ihrer ganzen Bandbreite: Natur, Transport, Flüsse, verwunschene Waldwege und zum Schluss den bunten Trubel der Stadt. Doch der Reihe nach: Den Wanderweg nimmt man in Russin unter die Füsse. Vom Bahnhof führt er zunächst durch Rebberge, dann über die Staumauer Barrage de Verbois. Ab und zu hört man die Flugzeuge über sich und bleibt vielleicht kurz stehen, um eines zu erspähen. In Aire-la-Ville befindet sich das ausgezeichnete Café du Levant. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Autobahnbrücke, die man überquert. Im Naturschutzgebiet Bois des Mouilles führt ein Holzsteg zu einem fotogenen Teich. Die Region zeigt sich hier von ihrer lieblichen Seite: Waldabschnitte, in denen die Blätter im Frühling in sattem Grün leuchten. In den Wäldern von Onex wird es dann richtig märchenhaft, mit verschlungenen Pfaden. Dort gelangt man auch zur Rhone, neben der man nun auf dem Sentier du Rhône in Richtung Stadt wandert. Neben dem Friedhof Saint-Georges, seit 1880 der grösste Friedhof von Genf, befindet sich ein kleiner Tierpark mit dem sympathischen Café de la Tour. Nach den letzten Treppen ist man plötzlich mittendrin im pulsierenden Genf, wo Cafés, Kultur und Geschichte locken.
Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz Nr. 2327
Ferreyres, village — Eclépens, gare • VD

Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz

Am Mormont prallen Welten aufeinander: Eindrückliche Natur wechselt sich ab mit industrieller Geschichte der letzten Jahrzehnte. Denn am Fusse des Hügels wird Kalkstein abgebaut, aus dem schliesslich Zement entsteht. Ab der Bushaltestelle «Ferreyres, village» geht es zuerst sanft hinunter zur Venoge. Bald nach deren Überquerung kommt man zu einer Strasse und folgt dieser einige Dutzend Meter bis zu einem Parkplatz. Wegweiser zeigen Richtung der Tine de Conflens, zu einer Schlucht mit einer Gruppe von gerade im Frühling besonders lebhaft sprudelnden Wasserfällen. Der Ort ist bekannt und beliebt, weshalb sich ein Besuch an einem Werktag oder sonst frühmorgens am Wochenende empfiehlt. Ein Waldweg führt bis zur Industriebrache La Filature, von 1871 bis 1977 Standort einer Textilfabrik und heute ein Kunsthandwerk- und Kulturzentrum. Danach durchquert man das Städtchen La Sarraz in Richtung des Bahnhofs. Der nächste Abschnitt folgt dem Chemin des Vignes bis zum Dorf Eclépens. Nach einer knappen halben Stunde erreicht man den von Holcim betriebenen Steinbruch. Mehrere Hütten dienen dem Schutz von Wandernden bei Sprengungen, die zum Abbau des Gesteins vorgenommen werden. Ein kostenloser Informationsdienst warnt auf Französisch per SMS jeweils 15 Minuten vor einer Sprengung. Um den Steinbruch herum geht es zurück in den Wald und über den Hügel. Anschliessend führt ein nicht signalisierter und offiziell unterhaltener Weg zum Canal d’Entreroches, angelegt im 17. Jahrhundert als Teil eines geplanten Netzes von Kanälen zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer – ein Vorhaben, das nie vollendet wurde. 400 Meter vom Kanal in östlicher Richtung befindet sich der Parc naturel des Jonquilles (auf Google Maps eingezeichnet), in dem zu Beginn des Frühlings die Osterglocken blühen. Ab da ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof von Eclépens.
Unterwegs im wildromantischen Valle di Campo Nr. 2320
Campo (VMaggia), Paese — Linescio, Paese • TI

Unterwegs im wildromantischen Valle di Campo

Diese wunderschöne Wanderung durch das lauschige Valle di Campo wird vom steten Rauschen des Flusses Rovana di Campo begleitet und startet in Campo (Vallemaggia) – bekannt für seine typischen Rustici. Strässchen und Waldwege wechseln sich zunächst ab. Vom Dorf Piano di Campo führt der Weg rechts über eine Treppe hinunter Richtung Alpe d'Arnàu. Das Tosen eines Wasserfalls wird immer lauter, und schon steht man vor ihm. Ein eindrücklicher Anblick! Weiter führt der Weg durch historische Dörfer, Laubwälder und schattige Kastanienhaine. Immer wieder blickt man in die tiefen, schon fast Furcht einflössenden Schluchten des Tals. Bei Niva gelangt man über eine alte Steinbrücke wieder auf Asphaltuntergrund. Nach gut einem Kilometer leitet der Wanderweg erst über eine kleine Brücke und danach links in den Wald hinein. Vorbei an lieblichen Terrassenlandschaften erreicht man nach einem kräftigen Anstieg Collinasca. Nach einer kurzen Erfrischung am Dorfbrunnen wandert man über Wiesen und durch Wälder weiter ins Tal hinunter. Entlang vieler Trockenmauern und alter Gärten geht es einen steilen Abstieg hinab zum Ziel, dem Dorf Linescio – bekannt für seine Terrassenlandschaften mit über 25 Kilometern Trockenmauern.
Durch die Bergdörfer der Surselva Nr. 2319
Andiast, vitg — Ruschein • GR

Durch die Bergdörfer der Surselva

Die Surselva ist bekannt für ihre vielseitigen Freizeiterlebnisse. Eines davon ist die Wanderung von Andiast nach Ruschein. Ab Andiast folgt man zunächst Forststrassen, die sich ab und an in schmalere Pfade verwandeln und durch schattige Waldabschnitte mit kleinen Wasserläufen führen. Während des sanften Anstiegs passiert man die Feuerstelle Plaun Asch, bevor man wenig später via Holzbrücke über den rauschenden Schmuér die Talseite wechselt. Nach einer kurzen Steigung folgt man der Strasse nach Pigniu, wo man sich in der Ustria Alpina eine Pause gönnen und den Blick über die sanfte Wiesenlandschaft schweifen lassen kann, während Kuh- und Kapellenglocken durchs Tal hallen. Kurz darauf biegt man in den Wald ab und steigt zum höchsten Punkt der Wanderung auf. Sobald sich die Bäume lichten, hat man einen wunderbaren Blick auf die Adula-Alpen. Weiter geht’s auf Schotterstrassen nach Siat. Den Dorfeingang markieren die Ruinen der Burg Friberg, bei der ein Klettergarten mit Spielplatz und Grillstelle angelegt wurde. Weitere Höhepunkte sind die Ustria Steila des Architekten Gion A. Caminada, die Kirche Sogn Glieci und der Biohofladen Termun. Bevor man die Wanderung in Ruschein beendet, eröffnen sich nochmals Ausblicke ins Tal, wo sich der wilde Rhein windet.
Gemütlicher Aussichtsberg im Appenzellerland Nr. 2318
Urnäsch — Bächli, Dorf • AR

Gemütlicher Aussichtsberg im Appenzellerland

Viel Weitsicht und eine Bergbeiz als Preis für einen nicht allzu anstrengenden Aufstieg? Auf dieser Wanderung geht diese Rechnung auf. Von den mit traditionellen Motiven bemalten Häusern in Urnäsch geht es langsam, aber stetig aufwärts. Man folgt der Wanderlandroute 44, dem Appenzellerweg, erst durchs Dorf, dann an stattlichen Bauernhäusern vorbei und durch schattige Waldstücke. Und schon hat man Aussicht, die im besten Fall vom Alpstein über die Churfirsten bis zur Rigi und zum Pilatus sowie zum Bodensee reicht. Die Berge heben sich mächtig ab von den Appenzeller und Toggenburger Hügelzügen. Ab Tüfenberg folgt man den Wegweisern auf den Hochhamm und steigt hinauf zu ebendiesem. Dort laden Bänkli ein zur Rast, oder man steigt wieder einige Meter ab zum gleichnamigen Bergrestaurant, das vor allem an schönen Wochenenden geöffnet hat. Auf dem Spielplatz des Restaurants steht ein altes Sesseli – es gehörte einst zur Sesselbahn, die von Schönengrund auf den Hochhamm fuhr. Heute ist es eine Schaukel und erlaubt schwungvolle Momente. Über den Bergrücken geht es schliesslich hinunter zum Weiler Bächli, wo der Bus – leider nicht allzu oft – fährt. Die Rückreise also gut planen.
Frühlingspfad am St. Alban-Teich in voller Blüte Nr. 2316
Münchenstein — Basel, Kunstmuseum • BS

Frühlingspfad am St. Alban-Teich in voller Blüte

Von Münchenstein geht es entlang des Birsufers los. Bald staut sich die Birs, da sie zur Gewinnung von Elektrizität und zur Speisung des St. Alban-Teichs genutzt wird. Wenn man dem «Dalbedyych» folgt – der Weg ist nicht als Wanderweg markiert –, gelangt man zwischen den Seelein des Parks im Grünen hindurch zum historischen Hofgut Brüglingerhof. Schon bald führt der Uferpfad in die Merian Gärten, wo einen die grösste historische Iris-Sammlung Europas empfängt. In allen Farben leuchten hier die Schwertlilien. Kurz darauf erreicht man den künstlichen Kanal erneut: Vor fast 900 Jahren angelegt, trieb er einst die Mühlen Basels an. Seine Wasserkraft speiste die Papierproduktion und machte die Stadt im 15. Jahrhundert zum Zentrum des frühen Buchdrucks und des Humanismus. Moosbewachsene Ufer-mauern und uralte Bäume säumen den Weg, der im Übrigen laufend naturnaher gestaltet wird. Nach dem Schwarzpark mit seinen Damhirschen erreicht man den historischen Stadtteil Basel St. Alban. Zwi-schen alten Sandsteinmauern verschwindet das Wasser im klappernden Mühlenrad. Hier lässt man die Wanderung am Rhein ausklingen und blickt auf eine abwechslungsreiche Stadtwanderung voller Farben, Düfte und Geschichte zurück.
Am Ufer der naturbelassenen Reuss Nr. 2317
Mellingen Heitersberg — Birmenstorf AG, Strählgass • AG

Am Ufer der naturbelassenen Reuss

Diese Wanderung für Gross und Klein führt durch eine der attraktivsten und naturbelassensten Flusslandschaften des Mittellandes. Mit etwas Glück kann man Kormorane beim Flügeltrocknen beobachten und entdeckt Nagespuren der aktiven Biberfamilie. Nach Ankunft am Bahnhof Mellingen Heitersberg gelangt man schon bald ans idyllische Reussufer. Im Sommer treiben Gummiboote flussabwärts, und eine Vielzahl von Sandsträndchen und Feuerstellen lädt zum Baden und Verweilen ein. Begleitet vom Rauschen und Gurgeln des Wassers führt ein schmaler Pfad durch das Reussuferschutzgebiet. In dieser intakten Natur fühlt man sich weitab von der Zivilisation. Während man Feuchtgebiete mit Schachtelhalmwäldchen, Kiesbänke und das Eichenwaldreservat von Mellingen passiert, bietet der Uferweg immer wieder neue und abwechslungsreiche Perspektiven auf die dynamische und naturbelassene Flusslandschaft. Auf halber Strecke, kurz vor dem Chlusgrabe, der über einen Steg gequert wird, gelangt man auf eine Forststrasse, und der Wald lichtet sich. Bald passiert man die Lindmüli und das dazugehörige Naturschutzgebiet mit sichtbaren Revitalisierungsmassnahmen und erreicht kurz darauf das Ziel in Birmenstorf.
Erfrischende Wanderung entlang des Doubs Nr. 2315
St-Ursanne, gare — Soubey, village • JU

Erfrischende Wanderung entlang des Doubs

Wer einmal am Doubs war, versteht, warum dieser Fluss Maler wie Charles L’ Eplattenier oder Émile Isenbart inspiriert hat. Die Wanderung folgt dem geschwungenen Lauf des Gewässers flussaufwärts, eingebettet in dichte Wälder, vorbei an steilen Kalkfelsen und sanften Wiesenhängen. Der Start in St-Ursanne mit seinen mittelalterlichen Gassen wirkt wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit. Über die steinerne Brücke geht es ans gegenüberliegende Flussufer. Der Wanderweg Richtung Tariche schlängelt sich meist direkt oder nahe dem Ufer entlang, mal ist es schattig unter Buchen und Tannen, mal offen mit Blick auf das smaragdgrüne Wasser und saftige Wiesen. Immer wieder begegnet man stillen Buchten, in denen der Doubs fast unbewegt scheint. Die weitere Wanderung Richtung Chervillers wird begleitet vom leisen, meditativen Rauschen des Flusses. Eine Stahlbrücke führt kurz vor Chervillers von der rechten Flussseite auf die linke Seite. In Soubey, einem Dorf mit typischem Juracharakter, lässt es sich zum Abschluss angenehm verweilen – zum Beispiel bei einem feinen veganen Gericht im Restaurant du Cerf.
Gipfelglück im Entlebuch Nr. 2314
Flühli LU, Post — Escholzmatt • LU

Gipfelglück im Entlebuch

Diese Wanderung führt durch das UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch und ist ideal für alle, die die charakteristische Landschaft mit ihren Mooren, Wäldern und Weiden entdecken möchten. Ausgangspunkt ist Flühli, dessen markantes historisches Hotel mit imposantem Bogendach nicht zu übersehen ist. Der Glasermeister Leo Enzmann erkannte 1899 die Bedeutung des Fremdenverkehrs und verwandelte das bescheidene Wirtshaus in ein stattliches Kurhaus – ein glanzvolles Zeugnis der Belle Époque im Schweizer Baustil. Es hat sein Äusseres bis heute kaum verändert und erinnert noch immer an jene Zeiten, als die Gäste in Postkutschen zur Bäderkur anreisten. Von Flühli folgt der Weg dem Lauf der Waldemme, bevor er bei Schintmoos nach Westen abzweigt und allmählich an Höhe gewinnt. Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf umliegende Hügel und weite, von Streusiedlungen durchzogene Wiesen. Ein letzter steiler Anstieg führt schliesslich hinauf zum Sattel. Wer möchte, steigt von hier direkt nach Escholzmatt ab und spart so 40 Minuten. Viel lohnender ist es jedoch, das Gipfelglück via Beichlen zu verlängern und die Weitsicht in die Berner- und Zentralschweizer Alpen, über das Emmental bis hin zum Chasseral zu geniessen.
Durch die kühle Cholereschlucht Nr. 2313
Hünibach, Seematte — Steffisburg, Bösbach • BE

Durch die kühle Cholereschlucht

Der Startpunkt dieser abwechslungsreichen Wanderung liegt in Hünibach. Von dort führt der Weg zunächst durch ein kleines Wäldchen in Richtung Cholereschlucht. Kaum betritt man den Eingang zur Schlucht, sorgt ein frischer Luftzug für Abkühlung – eine Wohltat, besonders an warmen Sommertagen. Die Cholereschlucht begeistert mit ihren rauschenden Wasserfällen, den sprudelnden Bächlein und der beinahe exotisch anmutenden Kulisse. Der teilweise steile Aufstieg fällt dank des kühlen Klimas und der eindrucksvollen Natur leichter. Unterwegs laden mehrere Rastplätze ein, kurz innezuhalten und die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Nach dem Anstieg gelangt man über eine Strassenquerung ins idyllische Dorf Goldiwil. Von hier aus beginnt der Abstieg in Richtung Steffisburg. Der Weg führt abwechslungsreich vorbei an grünen Wiesen, traditionellen Bauernhöfen und durch schattige Waldstücke, bevor er über befestigte Wege direkt zur Busstation in Steffisburg hinabführt. Diese Tour ist besonders an heissen Tagen ein Genuss: Die kühle Brise in der Cholereschlucht und die landschaftliche Vielfalt machen sie zu einem Erlebnis für Gross und Klein.
Suone und Panorama am Foggenhorn Nr. 2312
Belalp • VS

Suone und Panorama am Foggenhorn

Während der Wanderung auf das Foggenhorn kommen Liebhaber von Suonen genauso auf ihre Kosten wie Gipfelstürmerinnen. Wer an den Chalets, Berghütten und Sportbahnen auf der Belalp vorbeigewandert ist, erreicht nach rund zwei Kilometern die Suone Nessjeri. Diese stammt aus dem 15. Jahrhundert und führt auf über 2000 m. ü. M noch heute oft Wasser. Während die Suone hier vor sich hin plätschert und dort gurgelnd verschwindet, öffnet sich das Tal mit jedem Schritt ein bisschen mehr. Die Aussicht reicht vom Furkapass zum Matterhorn und vom Monte Leone bis zum Geisshorn. Nach rund eineinhalb Stunden zweigt der Bergwanderweg rechts ab und überquert die Suone, um fortan steiler Richtung Foggenhorn anzusteigen. In engen Kehren führt der schön und angenehm angelegte Weg schweisstreibend auf den Gipfel. Hier schlägt einem das Herz höher, ob vom Aufstieg oder von der Aussicht. Nach einem kurzen Abstieg wartet noch einmal ein kurzer Gegenanstieg entlang des Bälgrats, bevor der Abstieg zur Belalp hinunter steiler wird. Mit ein bisschen Glück bewältigt man ihn gemeinsam mit dem Wappentier der Belalp – der Schwarzhalsziege.
Auf einsamen Jurahöhen bei St-Ursanne Nr. 2344
St-Ursanne, gare • JU

Auf einsamen Jurahöhen bei St-Ursanne

St-Ursanne, das mittelalterliche Städtchen am Doubs im Kanton Jura, besticht durch seine gut erhaltene Altstadt und die ruhige Lage zwischen Fluss und Felsen. Doch hinter der idyllischen Fassade verbirgt sich ein düsteres Kapitel: Wie vielerorts in Europa kam es auch in diesem abgelegenen Juratal im 16. und 17. Jahrhundert zu Hexenverfolgungen. Kurz nach dem Start am Bahnhof Richtung Westen biegt der Wanderweg rechts ab und führt auf einem waldigen Skulpturenweg den Hang hinauf. Die Luft ist frisch, Vögel zwitschern, und Schmetterlinge flattern umher. Ein steiler Aufstieg zum Bauernhof Outremont folgt, wo man sich im Hoflädeli mit Spezialitäten eindecken kann. Nach einem weiteren Anstieg ist die Anhöhe über Outremont erreicht. Auf einer Krete führt der Höhenweg nordöstlich durch einen lichten, verträumten Wald. Zur Linken fällt der Blick auf die grüne Ajoie und das benachbarte Frankreich mit den Vogesen. Zur Rechten eröffnet sich ein fantastischer Panoramablick auf die Clos du Doubs, den Chasseral und die Berner Alpen. Schliesslich biegt der Wanderweg in einem rechten Winkel ab und führt über eine Juraweide hinunter zum Hof Montgremay. Die Abzweigung ist signalisiert, aber die Wegspur nur schwer erkennbar. Bei Les Malettes verläuft der Weg kurzzeitig entlang der Passstrasse, und es ist etwas Vorsicht vor dem Verkehr geboten. Wenig später, bei La Caquerelle, bietet sich ein Zwischenstopp im Restaurant an, bevor es über Wiesen und Weiden sanft den Hügel hinuntergeht. Wieder im Tal unten angekommen, findet man sich plötzlich der Autobahneinfahrt von St-Ursanne gegenüber. Ein kurzer, lauter Abschnitt, bevor die Wanderung mit dem imposanten Eisenbahnviadukt Combe Maran, der lauschigen Flusslandschaft und dem etwas weiter flussabwärts gelegenen Altstädtchen nochmals einige Höhepunkte liefert.
Alpine Rundwanderung im Herzen des Glarnerlandes Nr. 2343
Mettmen • GL

Alpine Rundwanderung im Herzen des Glarnerlandes

Zwischen den beiden Glarner Haupttälern, die von Schwanden Richtung Linthal und Elm ziehen, liegt eine fein ziselierte Berglandschaft mit dem Gross Kärpf (2794 m) als höchstem Gipfel. Zusammen mit der Matzlenstock- und der Gandstockkette bildet sich eine grosse, u-förmige Gipfelkette um den Stausee Garichti im Herzen des Gebietes. Das Gebiet ist das älteste erhaltene Wildschutzgebiet in Europa und wurde besonders zum Schutz von Gämsen, Rothirschen und Steinböcken eingerichtet. Weniger bekannt ist, dass es auch für Kreuzottern gute Lebensräume bietet. Die Tiere brauchen sowohl Höhlen und Spalten als Versteck als auch ein gutes Angebot von kleinen Nagern als Beute. Beides finden sie an Plätzen mit reichlich Steinen und einer guten Kraut- und Strauchschicht. Eine lohnende, etwa dreieinhalbstündige Rundwanderung führt in einem grossen Bogen von der Bergstation Mettmen zum Seebödeli, unter dem Gandstock durch und zurück zum Ausgangspunkt. Die Route verläuft meistens durch locker mit Bäumen oder Wäldchen durchsetzte Alpweiden und in den höheren Bereichen durch freie Wiesen und Weiden; damit hat man fast immer einen tollen Blick hinüber zum Glärnisch oder südlich ins Kärpf-Gebiet und weiter in die Glarner Alpen bis zum Tödi. Ein wunderbares Pausenplätzchen bietet sich beim Seebödeli, beim nördlichsten Punkt der Wanderung, an; hier öffnet sich der Blick auch kurz nach Norden und Osten Richtung Schilt und Spitzmeilen. Die Traverse unter dem Gandstock ist eine weiss-blaue-weisse, alpine Route. Der Weg ist manchmal nicht sichtbar, und im Gebiet Breitrus geht es durch steile Abhänge – die Route sollte man nur bei trockenen Bedingungen angehen. Kurz vor Widerstein steht ein hölzerner Wildbeobachtungsturm, dann geht es hinab zum Stausee Garichti und zurück zur Bergstation der Luftseilbahn.
Von der Schweibenalp dem Wasser folgend Nr. 2342
Brienzerberg, Bramisegg — Iseltwald, Dorfplatz • BE

Von der Schweibenalp dem Wasser folgend

Eine Alp, die schon die Druiden als Kraftplatz ehrten; ein magischer Wasserfall, dem man nicht nur hautnah folgt, hinter dessen Vorhang man auch durchschlüpfen kann; ein Hotel, das wie ein Märchenschloss aussieht; ein verwunschener Uferweg, der durch einen der letzten Urwälder der Schweiz führt; intime Badeplätze am türkis leuchtenden Brienzersee – diese Wanderung strotzt vor Höhepunkten, konfrontiert zwischendurch aber auch mit Übertourismus, zum Glück aber nur an ein paar Punkten wie rund um das Grandhotel Giessbach, bei der Standseilbahn und an der Schifflände von Iseltwald. Dazwischen ist man oft einsam auf den Pfaden unterwegs. Von der Postautohaltestelle Bramisegg erreicht man über ein in den Fels gehauenes Zufahrtssträsschen südwestlich durch die Giessbachschlucht in nur einer Viertelstunde die Schweibenalp, wo der Permakultur-Erlebnispfad in einen nachahmenswerten Kosmos entführt. Faszinierend auch das Wildbienenbiotop, das in den letzten zwei Jahren entstand. Viele Wild- und Nutzpflanzen sind darauf angewiesen, dass sie von bestäubenden Insekten besucht werden, um überhaupt Samen und Früchte ausbilden zu können. Eine wichtige Rolle unter den Bestäubern nehmen die Honig- und Wildbienen ein. Kaum vorstellbar, dass es an die 700 verschiedene Arten allein in der Schweiz geben soll – solange man ihnen nicht die Lebensgrundlage nimmt. Einmal im Monat finden auf der Schweibenalp Führungen statt, bei denen man viel Hintergrundwissen erfährt. Beim Haupthaus gibt ein gelber Wegweiser die Richtung vor. Ein steiler Pfad windet sich entlang der Wasserfallstufen durch die Giessbachschlucht zum Grandhotel hinunter, wo man entweder mit der historischen Standseilbahn oder über den Wanderweg den Brienzersee erreicht. Weiter geht es auf dem Uferpfad nach Iseltwald.
Durch Champérys Felsenkessel zur Cantine Nr. 2341
Champéry, Grand-Paradis — Champéry, Barme • VS

Durch Champérys Felsenkessel zur Cantine

Diese Wanderung verläuft zum grossen Teil entlang eines imposanten Felsenkessels zwischen den Dents du Midi und den Dents Blanches. Die Wände sind hoch und steil, mehrere Wasserfälle sprudeln mächtig von ihnen auf die grüne Alp herunter. Doch erst muss man sich dieses Naturspektakel etwas erarbeiten. Vom Bahnhof in Champéry wandert man runter nach Les Couailles – oder man nimmt das Touristenbähnli, die Navette, nach Le Grand-Paradis. Dann beginnt der Aufstieg, der aber schon nach einigen Höhenmetern durch die Cascade de la Saufla unterbrochen wird: Bevor der Weg den Bach quert, führt ein kleiner Weg rechterhand zum Wasserfall – der kurze Abstecher lohnt sich. Durch den Wald arbeiten sich die Wandernden anschliessend immer höher, bis sie auf eine Alp kommen. Nun kommt der eingangs erwähnte Abschnitt, der mehrere grosse Bäche quert – einen davon über die Hängebrücke Belle Étoile. Ausgangs des Felsenkessels lohnt sich dann ein Halt im Refuge de Bonavau – nicht nur wegen der Früchtekuchen. Nun steht ein erneuter Anstieg an. Auf dem Bergrücken angelangt, gibt es einen Abstecher zum kleinen Gipfel Signal de Bonavau. Der Blick reicht – an den Dents du Midi vorbei – bis ins Rhonetal. Fortan geht es fast nur noch bergab über Schafweiden und durch Wald. Bis die Ebene von Barme erreicht ist: Dort warten zwei Cantines auf die Wandernden. Es sind ehemalige Alpen, die durchs Aufkommen des Tourismus im 19. und 20. Jahrhundert zu kleinen Restaurants umgebaut worden sind – und heute noch Feines auf den Tisch zaubern. Man ist nicht allein, fährt doch eine Navette von Champéry nach Barme und zurück. Zudem ist es auch mit dem Auto erreichbar. Das tut der Schönheit des Fleckchens aber keinen Abbruch.
Schaukelerlebnis über dem Ceneritunnel Nr. 2340
Isone, Paese — S. Antonino, Paese • TI

Schaukelerlebnis über dem Ceneritunnel

Was für ein Gefühl, auf einer grossen Schaukel hin- und herzuschwingen und den Lago Maggiore, die Magadinoebene und Bellinzona zu Füssen zu haben. Das spektakulär-luftige Erlebnis gibt es auf dem Gipfel des Mattro, eines unscheinbaren Bergs über dem Ceneri-Basistunnel. Für den Adrenalinkick nimmt man einiges an Höhenmetern auf sich. Zudem ist der Pfad auf den Gipfel nicht markiert und erfordert Schwindelfreiheit und sicheren Tritt. Die Wanderung beginnt im hübschen Dorf Isone. Durch Buchen- und Kastanienwälder gelangt man in moderater Steigung zur Alp Pedrinasco. Etwa eine Viertelstunde nach der Alp weist ein markierter Stein den Weg auf den Mattro. Erst hier verlässt man den signalisierten Wanderweg. Das weisse Abzweigerschild mit der Schaukel bei der Alp Pedrinasco wird ignoriert, dieser Weg führt nicht ans Ziel. Hat man den Mattro geschafft, geht es an den Abstieg nach S. Antonino – mit eindrücklichem Tiefblick aufs Wirrwarr aus Strassen und Schienen, wo hinter Bellinzona die Züge im Ceneri-Basistunnel verschwinden und die Autos sich auf der Passautobahn drängen. Nach Cima di Dentro ist der Wald erneut treuer Begleiter, manch knorrige Kastanie säumt den Weg. Beim Punkt 576 / Monte dei Pedrelli wartet der zweite Leckerbissen des Tages. Ein Abstecher auf der Waldstrasse Richtung Pianaccio führt zum Arboreto Copera. Die nicht öffentlich zugängliche forstliche Versuchsfläche Copera wurde in den 1950er-Jahren mit 71 Baumarten bepflanzt, davon 49 exotischen. Es ging darum, herauszufinden, welche Arten sich als Alternative zur Kastanie eignen könnten, die damals von Kastanienrindenkrebs befallen war und deren Aussterben man befürchtete. Die Krankheit war weniger aggressiv als angenommen, die Tessiner Kastanien haben überlebt. Auf dem Arboreto Copera – einem Lehrpfad – kann man die Bäume aus dem Versuchsprojekt kennenlernen. Befindet man sich wieder auf dem Wanderweg, steigt dieser durch den Wald nochmals ordentlich bergab. Nimmt der Lärm der Autobahn überhand, ist das Ziel nicht mehr weit.
Vom Pischahorn ins Unterengadin in zwei Tagen Nr. 2337
Davos Laret — Lavin • GR

Vom Pischahorn ins Unterengadin in zwei Tagen

Das Pischahorn erhebt sich mehr als 1300 Meter über den Vereinatunnel und liegt etwa in der Mitte zwischen dem Weissfluhjoch und dem Piz Buin. Es verpasst zwar die 3000er-Marke knapp, bietet mit seiner freien Lage aber eine atemberaubende Rundsicht über die Gipfel um Davos und das Unterengadin. Und an Tagen mit klarer Sicht sind sogar der Ortler (3905 m) und der Piz Bernina (4048 m) im Süden und Südwesten auszumachen. Der Aufstieg von Davos Laret durch das Mönchalptal ist mit fast 1600 Höhenmetern recht anstrengend. Da lohnt sich ein früher Start, und hilfreich ist zudem, dass es kontinuierlich und fast durchgehend sanft bergauf geht. Auf etwa 2500 Metern liegt ein paar Hundert Meter rechts des Weges der herzförmige, türkis leuchtende Pischasee. Der Aufstieg ist durchgehend weiss-rot-weiss markiert; auf dem Gipfelgrat führt ein kurzer Abschnitt über einen ausgehauenen Weg in einer steilen Felswand, er ist aber bestens mit einem Halteseil gesichert. Vom Hafentälligletscher in den Nordhängen des Pischahorns ist in der Zwischenzeit leider nichts mehr zu sehen. Der Abstieg nach Säss und Vereina führt über unschwieriges Geröll, Felsplatten und schliesslich über Alpweiden. Das Berghaus Vereina sitzt wunderschön auf einer kleinen Schulter beim Zusammentreffen des Vereina-, des Vernela- und des Süser Tals. Der zweite Tag bringt nur noch einen Aufstieg von 650 Metern hoch zum Vereinapass mit sich. Besonders eindrücklich ist die karge Felslandschaft auf dem Pass, und in zwei kristallklaren Seen spiegelt sich die mächtige Pyramide des 3410 Meter hohen Piz Linard, des höchsten Berges des Unterengadins. Der Abstieg durch das Val Sagliains führt im oberen Teil durch felsdurchsetzte Alpweiden; weiter unten ist der Weg oft rumplig und uneben, sodass man nicht wie gewohnt vorwärtskommt. Vorbei an der Umsteigestation Sagliains (kein Zugang für Wandernde) geht es schliesslich zum Bahnhof in Lavin.
Vom Bleniotal in die Leventina Nr. 2338
Acquacalda — Predelp • TI

Vom Bleniotal in die Leventina

Die Wanderung könnte abwechslungsreicher nicht sein. Schon die erste Wanderstunde bietet einen Höhepunkt: Einen Steinwurf vom Pro Natura Zentrum Lucomagno entfernt betritt man das Waldreservat Salvasèca. Es besteht zur Hälfte aus subalpinem Fichtenwald. Die andere Hälfte wird von Lärche und Arve bestockt. Zusammen mit dem äusserst variationsreichen Gelände mit feuchten Hochmooren und felsigen, trockenen Standorten ist die Salvasèca Lebensraum für viele verschiedene Tiere. Auf der Alpe Larecc hat man die Waldgrenze erreicht. Mit der zweiten Wanderstunde erreicht man auch die Baumgrenze. Hoch über der Schlucht des Ri da Larècc steigt man zu einer kargen Hochebene auf, mittendrin der Lago di Cane. Er wird von den zahlreichen Canali di Lareccio gespeist, die von den umliegenden Pizzos fliessen. Interessante Nebensache: Hier – und später auch nach dem Passo Predèlp – befindet man sich auch direkt über dem Gotthard-Basistunnel. Bei Pt. 2231 zweigt man links ab und steigt die nächste Wanderstunde über einsames Gelände zum Passo Predèlp auf, dem Tor zur Leventina. Der Blick auf die Berge ist überwältigend. Eine letzte, grosszügige Wegstunde ist dem Abstieg nach Predèlp gewidmet. Den Wegzeichen folgend, erreicht man die Weiden der Alpe Sasso Jei. Der Weg ab hier ist steil und ab und zu nur als Spur zu erkennen. Zwischen den Grasnarben gilt es, den Schritt gut zu wählen. Auch der Vipern wegen. Sie lieben dieses Gelände. Es ist besonnt und gleichzeitig feucht, mit da und dort Wasser, das aus dem Felsen tritt. So erreicht man schliesslich die Alp Predèlp mit ihrer Busstation. Falls noch Zeit ist – der Bus in Richtung Faido verkehrt am späteren Nachmittag –, lässt sich im nahen Agriturismo bestens verweilen.
«Chriesibluescht» nahe des Gempen Nr. 2335
Arlesheim, Dorf — Gempen, Dorf • BL

«Chriesibluescht» nahe des Gempen

Wann in den Solothurner Jura losziehen? Wenn die Kirschbäume blühen oder die Landschaft schon saftig grün ist? Beides hat seinen Reiz, ist aber nicht gleichzeitig zu haben. Wer die Kirschblüte wählt, muss Anfang bis Mitte April bereit sein, um bei einem Schönwetterfenster gleich losmarschieren zu können. Etwas gemächlicher ist der Frühling zu erleben: Erst im Mai leuchtet die Natur sattgrün. Die Tour beginnt in Arlesheim BL, genauer in der dortigen Ermitage. Es ist ein abgeschiedener Ort der Stille. Die Gartenanlage hat drei Weiher, eine Eremitenklause und zahlreiche kleinere und grössere Höhlen. Auf der Hügelspitze thront das Schloss Birseck. Wer länger an diesem friedlichen Ort weilen möchte, findet auf der Website einen Rundgang mit über 30 Stationen. Nach diesem gemächlichen Start geht es durch Wald und an Felswänden vorbei hinauf zur Schönmatt. Sie ist etwas weniger bekannt für die «Chriesibluescht» als andere Orte und deshalb nicht überlaufen. Zwischen dem gleichnamigen Restaurant und dem Weiler Stollenhäuser stehen über 1000 Obstbäume. Eine wahre Pracht, die leider über Asphalt zu durchqueren ist. Nach Stollenhäuser wird es nochmals etwas steiler, um bald darauf flach und waldig die Schartenflue zu erreichen. Der dortige Turm kann erklommen werden: Dazu braucht es einen Einfränkler, um die Drehtüre zur Treppe zu öffnen. Der Stahlturm ist 28 Meter hoch und verfügt über fünf Etagen. Von der obersten aus blickt man bei gutem Wetter weit ins Baselbiet, ins Elsass, in die Vogesen und in den Schwarzwald hinein. Etwas weniger, aber immer noch genug Weitsicht bieten die Terrasse der Bärgbeiz Gempenturm oder die einfachen Feuerstellen auf der Flue. Danach ist es noch etwa eine halbe Stunde bis Gempen Dorf.
Rund um Neuenburg in die Natur eintauchen Nr. 2336
Neuchâtel — Neuchâtel, Place Pury • NE

Rund um Neuenburg in die Natur eintauchen

Diese Kurzwanderung kann schon sehr früh im Jahr unternommen werden, um den Frühling zu begrüssen. Es ist ein naturnaher Spaziergang rund um Neuenburg, der in der Altstadt endet und je nach Lust mit einer Schiffsfahrt abgeschlossen werden kann. Der Anstieg beginnt auf der nördlichen Seite des Bahnhofs, wo über die Faubourg de la Gare, die Rue de Fontaine-André und über eine Treppe am linken Strassenrand der botanische Garten erreicht wird. Blumen aus aller Welt zeigen sich in thematischen Gärten und Gewächshäusern von ihrer schönsten Seite. Der Park und das dazugehörende Café du Jardin bieten sich zum Verweilen an, bevor der Weg hinauf nach Pierre-à-Bot ansteht. Auch dort gibt es einen Park, ein Ausflugsrestaurant und viel Platz, um sich zu vergnügen. Am westlichen Ende führt der signalisierte Wanderweg zum mächtigen Findling Pierre-à-Bot. Der Rhonegletscher hat ihn in der letzten Eiszeit vom Montblancmassiv hergetragen. Der Wanderweg quert danach zwei Hauptstrassen. Bei der nächsten Möglichkeit biegt man rechts auf einen Waldweg ab, um schon bald auf den nächsten signalisierten Wanderweg zu stossen. Dieser führt durch die Gorges du Seyon, vorbei an weissen, mit Moos bewachsenen Kalkfelsen, welche die leisen Geräusche von der Hauptstrasse ganz unten in der Schlucht vergessen lassen. Bald ist Gor de Vauseyon erreicht, wo Kännel und Mühlenräder ans vorindustrielle Zeitalter erinnern. Beim Restaurant La Maison du Prussien hat sich der Seyon vor langer Zeit tief in den Felsen gefressen. Durch ein kleines Industriegebiet stösst man schliesslich in die Stadt Neuenburg und zum eindrücklichen Château vor. Von hier geleitet einen die Escalier du Château in die Altstadt, wo es rechterhand bis zur Place Pury geht – oder noch weiter bis zur Schifflände.
Im Thurgauer Garten von Karl dem Grossen Nr. 2333
Stettfurt, Dorfzentrum — Hüttlingen-Mettendorf • TG

Im Thurgauer Garten von Karl dem Grossen

Kaiser Karl der Grosse (748 bis 814 n. Chr.) überliess nichts dem Zufall: Um die Macht über sein Riesenreich zwischen Norddeutschland und Nordspanien zu sichern und um auf seinen vielen Reisen stets versorgt zu sein, erliess er die Landgüterverordnung. Diese schrieb unter anderem exakt vor, welche 89 Nahrungs-, Würz-, Heil-, Nutz- und Symbolpflanzen auf seinen Landgütern anzubauen seien. Liselotte und Beat Baumgartner haben im thurgauischen Mettendorf einen Karlsgarten nachgebaut. Die Wanderung führt zu dem Garten und startet in Stettfurt. Nach dem Gang durchs Dorf geht es zügig bergauf zum Schloss Sonnenberg auf dem unter Naturschutz stehenden Imebärg. Zahl- und artenreich blühen die Orchideen im lichten Wald. Das Schloss indes, 2007 von einem österreichischen Financier gekauft, ist zur Dauerbaustelle ohne Besuchsmöglichkeit verkommen. Rasten kann man rund eine halbe Stunde später, auf der wohl grössten Thurgauer Sitzbank. Bestimmt ein Dutzend Menschen geniessen hier die Sicht aufs Tal des Flüsschens Lauche. Der Weg zum Getschhuuserweier und nach Lustdorf zweigt kurz vor Wetzikon TG ab. Hat man das hübsche Dorf passiert, zeigen die Wegweiser nach Felben-Wellhausen. Erneut ist ruhiges Waldwandern angesagt. Für Abwechslung sorgt der Rundweg zu den Frauenschuh-Orchideen im Gebiet Bietehart. Taucht ein altes Hinweisschild «Achtung. Quellwasser Schutzgebiet» auf, verlässt man den signalisierten Wanderweg nach rechts und folgt dem breiten Waldweg. Dieser mündet bald in einen von rechts kommenden Weg, der einen in weiten Kehren nach Mettendorf bringt. Über die Oberdorf- und die Dorfstrasse gelangt man in die Honeggstrasse zum Karlsgarten. Er kann von Mai bis September am Mittwochnachmittag frei besichtigt werden, in der übrigen Zeit auf Voranmeldung (herborama.ch). Die Dorfstrasse und nach Querung der Hauptstrasse die Bahnhofstrasse führen schliesslich zum Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf.
Durch Tessiner Dörfer und Kastanienwälder Nr. 2331
Cademario, Kurhaus — Vezio, Paese • TI

Durch Tessiner Dörfer und Kastanienwälder

Auf dieser Wanderung dreht sich viel um die Kastanie. Sie beginnt in der Kastanienselve von Cademario, durchquert den Kastanienhain Induno mit seinen mächtigen Bäumen und schliesslich die Selven von Mugena und Vezio. Die Wanderung beginnt beim Kurhaus in Cademario. Man folgt dem Schild «Alpe Agra 30 min» zurück in Fahrtrichtung Lugano. Nach wenigen Metern beginnt rechts der Anstieg. In einer weiten Schlaufe streift man die Selve von Cademario mit ihren im Frühling noch blattlosen Kastanienbäumen, bevor der Weg in einen hellgrünen Mischwald mündet. Die Abzweigung zu den beiden höchsten Punkten des Hügelzugs kann leicht übersehen werden. Man nimmt den Weg zur Linken, der über Treppenstufen in die Höhe führt. Der Aufstieg wird mit Ausblicken auf den Lago di Lugano und auf die Gipfel vom Monte Lema bis zum Gradicciòli belohnt. Auf der Alpe Agra warten zwei Amphibienschutzweiher in einer saftig grünen Wiese. Nun beginnt der Abstieg, teilweise auf Hartbelag, in Richtung Arosio. Noch vor dem Dorf lockt das Grotto Sgambada mit verführerischen Düften aus der Küche. Ab hier folgt der Weg dem Themenpfad Sentiero del castagno. Nach dem Kastanienhain Induno mit seinen wunderschönen, alten Kastanienbäumen führt die Wanderung auf Hartbelag durch die Dörfer Arosio und Mugena, die beide mit sehenswerten Kirchen aufwarten. Der letzte Wegabschnitt führt durch die Selven von Mugena und Vezio. Er verläuft in schattigen Wäldern mit zartgrünem Frühlingsblattwerk. Wildromantisch sind die Bäche, die in der Jahreszeit viel Schmelzwasser von den Gipfeln des Graducciòli und des Monte Magno ins Tal führen. Das Grà von Vezio, eines der drei letzten noch aktiven Trocknungshäuschen für Kastanien, liegt am Wegrand und kann dank der Infotafel nicht übersehen werden. Die Wanderung endet im verlassen wirkenden Dorf Vezio.
Kastanienselven und ein Grat im Malcantone Nr. 2330
Arosio, Paese — Astano, Paese • TI

Kastanienselven und ein Grat im Malcantone

Arosio ist sozusagen der Kastanienhauptort des Tessins. Im kleinen Dorf in Balkonlage begann Mitte der 1990er-Jahre die Wiederbelebung der traditionellen Tessiner Kultur – heute werden die Selven wieder gepflegt und bewirtschaftet. Während Jahrhunderten war das sogenannte Brot der Armen die Lebensgrundlage vieler Bauernfamilien – die Früchte zum Essen, das Holz zum Bauen, die Blätter als Streu fürs Vieh. Mit der Industrialisierung und Abwanderung wurden die sorgsam gepflegten Selven aufgegeben. In Arosio startet der Aufstieg zur zweitägigen Gratwanderung. Der Weg, am Anfang asphaltiert, steigt vorerst sanft und schattig an bis La Bassa. Dort weicht der Wald eher buschartiger Vegetation, was den steiler werdenden Aufstieg zum Gradicciòli zur aussichtsreichen und je nachdem auch schweisstreibenden Angelegenheit macht. Von dem mit einem imposanten Kreuz markierten Gipfel des Gradicciòli ist die Rundsicht überwältigend: Man sieht über die Stadt Lugano hinweg Richtung Mendrisiotto und Grossraum Mailand genauso wie bis zu den Walliser Hochalpen. Vom Gradicciòli biegt man ein auf den Weg der bekannten Wanderung zwischen Monte Tamaro und Monte Lema. Der Gratweg ist breit und einfach begehbar, stets hat man die beiden grossen Tessiner Seen vor Augen, den Lago Maggiore auf der einen, den Lago di Lugano auf der anderen Seite. Auf dem Monte Lema gibt es eine einfache Übernachtungsgelegenheit. Aber auch die Option, für die Nacht mit der Seilbahn hinunter nach Miglieglia zu fahren. Am zweiten Wandertag gibt es einen gepflegten, meditativen Abstieg praktisch auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Auf einem angenehmen ehemaligen Maultierpfad verlässt man den sonnigen Grat, taucht zuerst in Birken- und später in Buchenwälder ein, ehe das Grenzdorf Astano erreicht wird.